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Die ökologische Bedeutung des Englischen Gartens und ihre Zukunft

Unter der ökologischen Bedeutung versteht man einmal die Nutzungsmöglichkeiten des Englischen Gartens für Tier- und Pflanzenwelt, und zudem seine Funktion in klimatischer Hinsicht (siehe auch "Klimamessungen im Englischen Garten").
Der Englische Garten gehört mit zu den größten europäischen Park- und Erholungsanlagen, er ist zu Fuß gut erreichbar. Die ökologische Bedeutung des Englischen Gartens wird durch die Gesamtgröße von 120 ha (375 ha unter Einbeziehung des nördlichen Teils) und durch die unterschiedlichsten Lebensräume im Park sichtbar.

Ein Vorteil ist besonders, dass verschiedene Lebensräume für Pflanzen und Tiere im Englischen Garten dicht beieinander liegen.
Zahlreiche heimische Tiere und Pflanzen finden hier in den unterschiedlichsten Gebieten einen Lebensraum. So zum Beispiel auf den Wiesenflächen, besonders aber in den Wäldern, Hecken und Baumgruppen, aber auch in den Bächen und Seen (zum Beispiel der Kleinhesseloher See).
Die Wiesen und Waldränder werden intensiv von Schmetterlingen, Vögeln, ... genutzt.
Die Gewässer sowie die angrenzenden Grünflächen bieten zahlreichen Wasservögeln (z.B. Schwänen, Graugänsen, Enten und Teichhühnern) Nist-, Lager- und Nahrungsmöglichkeiten.
Des weiteren sind in den Waldgebieten viele verschiedene Insektenarten zu finden, darunter auch viele im Umland gefährdete und natürlich viele Vogelarten.
Sogar größere Tiere aus dem Umland, wie Rehe oder auch Biber, finden hier inzwischen mehr Ruheflächen, als im übernutzten landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich stark monokulturell geprägten Umland Münchens.


Dichtes Gebüsch- einige Meter tief und unzugänglich

Auch viele heimische Baum- und Straucharten, Stauden- und Blumenarten, aber auch Flechten, Moose, ... sind reichhaltig im Englischen Garten vertreten.

Hier ist sehr positiv zu vermerken, dass im Englischen Garten hauptsächlich einheimische Pflanzenarten eingesetzt werden.Trotz der intensiven Nutzung als Erholungsgebiet ist im ganzen Englischen Garten und gerade an Wald- und Gehölzrändern und im Heckenbereich ein dichter und vielfältiger Bewuchs vorhanden. Die kurz geschorenen Rasenbereiche sind aber eher ökologisch verarmte Areale. Schon durch die historisch begründete Anlage als Landschaftspark des englischen Typs besitzt der Englische Garten eine so vielfältige Naturausstattung. Damit hat sein heutiger Status als Denkmal positive Auswirkungen auf die ökologische Funktion!

Zur Zukunftsplanung:

Veränderungen im Englischen Garten vorzunehmen ist zwar grundsätzlich möglich, doch Eingriffe müssen mit der derzeitigen und zukünftigen Nutzung durch mehrer Millionen Besucher im Jahr und den berechtigten Anliegen des Denkmalschutz zusammen passen. Daher werden wohl in den nächsten Jahren keine größeren Veränderungen im ökologischen Sinne statt finden können. Möglichkeiten wie eine Verdichtung und Vernetzung von vorhandenen Heckenbereichen und eine Vernetzung mit weiteren Grünanlagen im Stadtgebiet sollten aber nicht grundsätzlich aus den Augen verloren werden.

Mehr Infos: Biotopverbund

Mehr Infos: Pflanzen im Englischen Garten - Beispiel Bäume

Quellen:

  • http://neu.englischer-garten.de
  • J. H. Reicholf: Stadtnatur. München 2007.
  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung: Grünplanung in München
  • Perspektive München - Leitlinie Ökologie.
  • Hrsg.: Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen und
    Bayerisches Landesamt für Umweltschutz: Autochthone Gehölze: Verwendung bei Pflanzmaßnahmen. München 2001, S. 4.

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