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Das Afar-Dreieck - reißt Afrika auseinander?

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(übersetzt nach This dynamic earth/USGS)

Nach einer älteren Theorie (H. Cloos in den 30er Jahren) findet im Afar-Dreieck folgendes statt: Befindet sich ein Kontinent über einem Manteldiapir, so wird die Erdkruste aufgedomt, sie wird aufgewölbt. Ein dreiarmiger Bruch in Form eines Mercedes-Sterns bildet sich, zwei Brucharme füllen sich mit Wasser, einer läuft in den Kontinent hinein. Der dritte Arm wird plattentektonisch oft stillgelegt, d.h. die tektonische Tätigkeit wird immer weniger und endet irgendwann.

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Das Afar-Dreieck (ins Bild klicken für eine Vergrößerung; bluemarble)

pl_hotspot_afar1Die ostafrikanische Riftzone ist seit Jahrmillionen aktiv und zeigte bis Herbst 2005 wenig Tendenz auseinander zu reißen, obwohl sich direkt in der Afar-Senke am Golf von Aden bereits neue ozeanische Kruste im Grabenbruch gebildet hat. Die Dehnung des Grabenbruch-Systems ist in der Afar-Senke am größten (bis 60 km), am anderen Ende am geringsten (weniger als 5 km).
Ob es sich also überhaupt um eine Vorstufe zu einem neuen Ozeanarm handelt (siehe Wilson-Zyklus) oder um eine "stabile", also relativ dauerhafte Form von kontinentalen Grabenbrüchen ist bisher nicht endgültig geklärt (nach Frisch).
Nachdem sich im Herbst 2005 hunderte Spalten im Boden gebildet hatten, sackte der Boden teils bis zu 100 Meter ab. Erdbeben und ein Vulkanausbruch begleiteten die neue Aktivität. Nach etwa einem Monat weitete sich ein 60 Kilometer langer Bruch um bis zu acht Meter, Magma stieg auf. Ozeanischer Boden bildete sich neu.
Damit verdichten sich die Hinweise , dass der Osten Afrikas in einigen hunderttausend Jahren abgetrennt sein könnte durch einen neu gebildeten Ozeanarm (nach SZ, 21.07.06, S. 16).
Bild links: Die ostafrikanische Riftzone gekennzeichnet durch eine Seenkette (ins Bild klicken für eine Vergrößerung; bluemarble)

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Der 'Erta 'Ale: im Vordergrund am Kraterrand zwei rot gekleidete Vulkanologen, im Krater leuchtet schmelzflüssige rote Lava
(Jacques Durieux, Groupe Volcans Actifs/This dynamic earth/USGS)

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Der Oldoinyo Lengai: ein explosiver Ausbruch 1966
(Gordon Davies, courtesy of Celia Nyamweru, St. Lawrence University, Canton, New York )


Selbstlerneinheit Plattentektonik - der rote Faden

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