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Medizin aus dem Meer

Meersalz als Badezusatz kennt wahrscheinlich jeder. Hier seien aber zwei aktuelle Beispiele aus der Forschung dargestellt, an die man vielleicht beim Thema Meeresmedizin noch nie gedacht hat:

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Schwamm in weniger als 30 Meter Tiefe (©nikki leaf (medizinmedizin)

Schwämme - Wunder der Tiefe
Schon einmal über Schwämme nachgedacht?
Biosilkate aus Schwämmen eröffnen die Möglichkeit, biologische Implantate zu erzeugen, unter anderem auch für den Ersatz von Knochen, ... Schwämme können als eine der wenigen Tierarten ein nicht organisches Material, eine Art Bioglas, mit biologischen Mitteln in ihrem Körper herstellen.
Irgendwann werden wohl Forscher auch Biochips aus den Biosilikaten als mögliche Implantate zum Ersatz von zerstörten Nervenzellen entwickeln.

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Ein Tiefseeglasschwamm

Schwämme sind zudem auch Meister der Abwehr von giftigen Stoffen und Angriffen von fremden Kleinstlebewesen. Schließlich filtern Schwämme täglich viele hundert Liter Meerwasser nach Nahrung. In diesem Wasser befinden sich natürlich auch Tiere, die ihrerseits versuchen den Schwamm anzugreifen. Daher müssen Schwämme ein außergewöhnlich starkes Immunsystem besitzen.

Auch stimmt ein ungewöhnlich großer Teil des Erbguts von Schwämmen mit dem Erbgut von Menschen überein, so dass aus Versuchen mit Schwämmen gewonnene Ergebnisse teilweise direkt auf den Menschen übertragbar sind. Schwämme besitzen übrigens mehr Gene als der Mensch, damit können sie sich besonders gut gegen die vielfältigsten Einflüsse von außen schützen.

Ein Wirkstoff, der bereits aus Schwämmen entwickelt wurde, ist ein Medikament gegen den Herpes-Virus. Viele neuartige Wirkstoffe sind derzeit in der Erprobungsphase.
Es gibt ca. 60.000 Schwammarten auf der Welt, damit besteht ein gewaltiger Pool an noch nicht erforschten Möglichkeiten.

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Tiere im Plankton (©idua japan (medizinmedizin))

Plankton - das Immunsystem aus dem Meer
So klein, dass man es gar nicht kennt, aber:
Alles Leben entstammt dem Meer, das heißt, auch der Mensch. Damit sind unter anderem auch Lebewesen des Planktons als Modelle für die menschliche Immunabwehr denkbar. Auch hier wird intensiv geforscht.

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Die Kalkskelette von pflanzlichem Plankton (©dizid (NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen))

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