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Erdbeben - das Beispiel Sumatra

Erdbeben treten besonders häufig an den Grenzen zweier Platten der Erdkruste auf.

 

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©Earthobservatory (auch Teile des unten stehenden Textes wurden übernommen)

Das Zentrum des Bebens (Stern) und die Nachbeben (Kreise) zeigen die Auswirkungen des Vorganges der Subduktion. Bei der Subduktion wird eine starre Erdplatte unter eine andere geführt, in diesem Fall die Indische Platte unter ein "kleines" Plattenteil vor der Eurasischen Platte, die Burma-Platte (-> mehr Infos). Ein Verhaken der Platten ineinander und ein plötzliches Brechen eines Plattenteiles erzeugten dieses massive Beben der Stärke 9,2 (nachträglich korrigiert).

Um bis zu 20 Meter bewegten sich Plattenteile horizontal und schoben dabei gewaltige Wassermengen waagerecht an. Das erzeugte die Tsunami. Auf bis zu 1300 Kilometer Länge wurden über der Subduktionszone liegende, durch das erste Beben geschwächte Gesteinsschichten gelockert und bewegten sich stückweise. Das erzeugte eine Reihe von Nachbeben, die in der obigen Karte als Kreise eingezeichnet sind.

Die gängige Theorie, dass untermeerische Beben eine Tsunami dadurch auslösen, dass sie sozusagen direkt senkrecht nach oben Druck ausüben und so ein Wellenberg über dem Epizentrum entsteht, scheint nicht korrekt zu sein.

Besonders gefährdet für starke Nachbeben sind die Gebiete am Rand der Bebenzone, wo starke Spannungen in den Gesteinsschichten aufgebaut wurden. Noch nach über einem Jahr sind Beben mit einer Stärke von über 8 zu erwarten! Am 28. März 2005 etwa gab es nur wenige hundert Kilometer entfernt ein Beben der Stärke 8,7.
An den an die Bebenzone angrenzenden Bereichen scheint die Wahrscheinlichkeit für starke Erdbeben zuzunehmen, weil die Spannung der Plattengrenze nur dort abgebaut wurde, wo das Beben aufgetreten ist. In der Weiterführung der Plattengrenze ist nun eine erheblich höhere Spannung vorhanden, weil sie dem Zug oder Druck noch nicht nachgegeben hat. Bildhaft ausgedrückt gleichen Plattengrenzen oft einer unter Spannung stehenden Knopfleiste. Reißt ein Knopf ab, stehen die daneben liegenden Knöpfe unter höherer Spannung (SZ 31.03.06, S. 16). Den Knöpfen entsprechen laut neuen Untersuchungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften quer zu den Plattengrenzen verlaufende Bergrücken, die meist verhindern, dass die Plattengrenzen weiter gegeneinander verschoben werden. Sie blocken ein weiteres Aufreißen ab, außer das Beben ist so stark, dass auch die Querrücken zerreißen (SZ 26.05.06, S. 18).

Nicht nur an Subduktionszonen, auch an Transformplattengrenzen, wo zwei Platten sich aneinander entlang bewegen (-> mehr Infos), treten häufig Spannungserdbeben auf. Ein Beispielgebiet wäre der San Andreas-Graben.

Seltener und kaum je stärker als Amplitude 6-7 sind sogenannte Intraplattenbeben. Sie erzeugen Erschütterungen inmitten von kontinentalen Platten, weit ab von jeder Plattengrenze. Erklärt werden sie zumeist mit lokalem Spannungsaufbau oder Schwächezonen in der Kruste. Auch Spannungsumlagerungen von Plattengrenzen in die Patten hinein oder die Einflüsse von mächtigen Sedimentablagerungen von Flusssystemen wie dem Mississippi werden als Ursachen diskutiert (nach Schick). Genaues ist bisher nicht bekannt.
In Mitteleuropa können ohne Vorwarnung Beben der Stärke 6-7 auftreten. Sie sind sehr selten, etwa in der Schweiz mit einem unregelmäßigem Abstand von einigen tausend Jahren (nach Schnellmann).

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