geolinde

Die geographischen Seiten des TLG

  • Nord-Afrika
  • Hauptstadt: Khartum (2,25 Mio. Einwohner)
  • Sprachen: arabisch, englisch, hamitische und nilotische Dialekte
  • Währung: 1 Sudanesisches Pfund = 100 Piastres
  • Gliederung: 9 Bundesstaaten, 66 Provinzen und 218 Bezirke
  • Staatsform: Islamische Republik (seit 1973)
  • Parlament: Nationalversammlung (im Dezember 1999 aufgelöst) mit 400 Mitgliedern; 125 Abgeordnete wurden auf einem "Nationalkongress" bestimmt, 275 in direkter Wahl ermittelt

Sudan (alt) (Google Maps)

3 images

Sudan

Sudan

Sudan

 

Fläche: 2505813 qkm 
HDI (2005): 0,526 (2003 0,512)
Einwohner (S 2010): 43,1 Mio. (1960 11,6 Mio.)
Bevölkerungsschätzung für 2050 (in Mio.) 84
Bevölkerungswachstum: 2,6%
Altersstruktur: 44% unter 15, 2% über 65
Lebenserwartung (2010): 60
Religion: Muslime (Sunniten) 74,7 %; Naturreligionen 17,1 %; Christen 8,2 %
Einwohner pro Arzt: 4000
Kindersterblichkeit: 9,7%
Säuglingssterblichkeit: 6,3%
HIV-Infizierte: 2,6%
Analphabeten: Männer 30%, Frauen 50%
Grundschüler (Einschulungsrate): 43%
BSP/Kopf: 950$ (2003 340$)
Reales BSP/Kopf (KKP): 1880$ (2003 1750$)
Bevölkerungsanteil mit unter 2 US$/Tag -
Erwerbstätige in der Landwirtschaft: 58%
Anteil Landwirtschaft am BIP: 39%
Stadtbevölkerung: 36%
Glossar: Erklärungen zu Begriffen, Zahlen,...
Datenvergleich: ausgewählte Daten zu 1965, 1985 und 2005 (inkl. HDI-Rang, ...)
Teil I -> hier klicken! , Teil II -> hier klicken!


t_afrsudan
Khartoum (übersetzt: Elefantenrüssel): von Osten der Blaue Nil,
von Westen der Weiße Nil, die Umrisse ergeben einen "Elefanten"
(ISS Crew Earth Observations experiment and the Image Science & Analysis Group, Johnson Space Center)

Die Darfur-Katastrophe

t_afrsudan
Eine Gruppe von vertriebenen Kindern bei Kebkabiya, Nord-Darfur
(©USAID)

Die Darfur-Katastrophe und der Bürgerkrieg im Norden, weitere Infos: -> hier klicken

t_afrsudan
Die orangefarbenen Markierungen zeigen teilweise (hell) oder vollständig (dunkel) zerstörte Siedlungen. Blaue Dreiecke markieren Flüchtlingslager. Die gelbe Linie stellt die Grenze zwischen dem Sudan und dem Tschad dar.
Ausschnitt aus einer Karte auf der Homepage von USAID (© Digital Globe 2004)

Mehr Infos zu den Flüchtlingen:

Geschichte des Sudan:

2500 bis ca. 1500 v.Chr.

Reich von Kerma, älteste spezifisch afrikanische Hochkultur, Tonerzeugnisse Gipfel afrikanischer Keramik (Ägypten inbegriffen).

1500 bis 1000 v.Chr.

Norden des Sudan gelangt unter ägyptischen Einfluss.

1000 v.Chr. 350 n.Chr.

Königreich Kusch, erste Phase Reich von Napata (ca. 1000 270 v.Chr.), zweite Phase Reich von Meroe (270 v.Chr. 350 n.Chr.) das weltgeschichtliche Bedeutung erlangt. Kusch eroberte im 8. und 7. Jh. v.Chr. Ägypten und beherrschte in der 25. Dynastie ein Reich vom Mittelmeer bis zu den Quellen des Nils. Die Herrscher von Napata nannten sich Pharaonen und hatten eine eigene Schriftsprache.

350 bis 1504

Sudan unter Einfluss des Christentums. Nubien wird früh, wenn auch nicht sehr intensiv christlich. Koptische Kirche führt ihren Ursprung auf den Minister der Kandake (= Titel der meroitischen Königinnen) zurück (Apostelgeschichte 8.27). Letztes christliches Reich (Alwa mit der Hauptstadt Soba, heute Stadtgebiet von Khartum) brach 1504 zusammen.

1500 bis ca. 1800

Gründung verschiedener Scheichtümer östlich und westlich des Nils durch arabische Stämme, die Islam verbunden sind (z.B. Königreich der Funsch von Sennar).

Ende des 18. Jh. bis Mitte des 19. Jh.

Eroberung des Sudan durch Mohamed Ali, ägyptische Herrschaft, Handel mit Sklaven und Gold.

2. Hälfte des 19. Jh.

Errichtung eines britisch/ägyptischen Kondominiums.

1877

Ernennung Gordons zum Gouverneur von Ägypten und Sudan.

1881 bis 1898

Aufstand des Mahdi, erste erfolgreiche Aufstandsbewegung der Dritten Welt gegen westlichen Kolonialismus.

1885

Eroberung Khartums durch den Mahdi, Tod Gordons.

1898 bis 1955

britisch/ägyptisches Kondominium (2. Teil).

1953

Abhaltung von Wahlen zur Vorbereitung auf die Unabhängigkeit.

1955 bis 1972

Bürgerkrieg im Südsudan (1. Phase).

1. Januar 1956

Entlassung in die Unabhängigkeit.

1958

Parlamentswahlen, Übernahme der Regierungsverantwortung für sechs Monate durch Abdallah Khalil (Umma Partei).

1958 bis 1965

Militärregierung unter General Ibrahim Abbud.

1965

Parlamentswahlen im Mai, erneute Etablierung einer Zivilregierung.

1969 bis 1985

Putsch und Regierungsübernahme durch Oberst Jaafar al-Nimeiri, Verbot politischer Parteien, wirtschaftliche Stabilisierung.

1983

Einführung der Scharia. Alle Bürger, gleich welcher Religion, müssen sich islamischem Recht unterwerfen.

1983 bis heute

Bürgerkrieg im Südsudan (2. Phase).

1985

Sturz Nimeiris, Regierungsübernahme durch Sadiq al-Mahdi (Enkel des Mahdi, Führer der Umma-Partei).

1989

Putsch durch Brigadier  Umar Hassan Ahmad al-Bashir, Verhängung des Ausnahmezustands, Unterdrückung politischer Opposition, Anheizung militärischer Aktivitäten im Süden, Islamisierung des Landes unter dem Chefideologen Hassan al-Turabi, Verwicklung der Führung in terroristische Aktivitäten (wie 1995 Anschlag auf ägyptischen Präsidenten Mubarak in Addis Abeba)

Dezember 1999

Auflösung des Parlaments, Turabi verliert den einflussreichen Posten des Parlamentssprechers.

Februar 2001

Verhaftung von Hassan al-Turabi

Januar 2002

Unterzeichnung des Waffenstillstands-Abkommens für die Nuba-Berge in Bürgenstock/Schweiz

Juni 2002

Aufnahme der Machakos-Friedensverhandlungen im Rahmen der IGAD (zwischenstaatliche UN-Behörde auf Regionalebene), Unterzeichnung eines Rahmenabkommens. Seit Oktober 2002 gilt eine Waffenstillstandsvereinbarung.

2003

Eskalation des Konflikts in Darfur im Westen des Sudan

September 2003

Regierung und die Rebellenorganisation SPLA unterzeichnen ein Sicherheits-Abkommen

Oktober 2003

Freilassung Turabis
Besuch von US-Außenminister Powell bei den Friedensverhandlungen in Naivasha

Dezember 2003

Besuch von Staatsministerin Müller bei den Friedensverhandlungen in Naivasha

7. Januar 2004

Unterzeichnung eines Abkommens über die Aufteilung der Staatseinnahmen

31. März 2004

Nach Berichten über einen angeblichen Putschversuch wird Turabi erneut verhaftet.

Aktualisierung der Geschichtsdaten unter: Auswärtiges Amt

t_afrsudan
Pyramidenfeld von Meroe (Copyright Peter v. Sengbusch)
Hier geht es zu weiteren Bildern von Meroe (externer Link in neuem Fenster)

Ethn. Gruppen: Araber (49,1 %); Dinka (11,5 %); Nuba (8,1 %) und sonstige (31,3 %)

Geschichte:
Im 19.Jahrhundert dehnte Ägypten seine Herrschaft über den Sudan aus. 1899-1953 wurde das Land von Ägypten und Großbritannien gemeinsam verwaltet. 1956 wurde Sudan als Republik unabhänig. In der Folgezeit wechselten die Militärregierungen sehr häufig durch Putsche.

t_afrsudan
Tanz der Derwische in Khartoum im Sudan: Derwische sind islamische Bruderschaften, die durch ekstatisch-asketische oder auch meditative Übungen die Vereinigung mit Gott zu erreichen suchen
Weitere Bilder (externer Link in neuem Fenster)

 

Suchen auf geolinde

Aus der Bilddatenbank

Vulcano 2009

Bilddatenbank