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Plantagenwirtschaft im Regenwald

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Kaffeeplantage, im Hintergrund Regenwaldreste
(© Michael Allen Smith / I need Coffee;
Creative Commons 2.0, Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen)

Plantagen sind landwirtschaftliche Großbetriebe in den Tropen und Subtropen, in denen einige wenige weltmarkttaugliche Produkte, wie Kaffee, Tee, Kakao, Bananen, Ananas, Palmöl, Kautschuk,... in Monokultur für den Weltmarkt (als cash crops) angebaut werden. Dabei ist die im Rahmen des Kolonialismus entstandene Plantagenwirtschaft von hohem Bodenbedarf, hohem Kapitaleinsatz - oft auch von ausländischen Investoren - und einer starken Spezialisierung auf ein oder wenige Produkte bestimmt. Oft werden auf einer Plantage die Produkte auch einem ersten aufwändigen Verarbeitungsschritt unterworfen (Schälen, Trocknung, Fermentation, ...).

Einrichtung von Plantagen im Regenwald führt:

  • zur Zerstörung des natürlichen Ökosystems
  • oft zu einer Übernutzung der nährstoffarmen Böden, dabei sind die Böden nur mittelfristig nutzbar
  • nicht selten zu Erosionsschäden
  • zu Folgeschäden durch extremen Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, Fungiziden, ...
  • oft zu weiterer Zerstörung des umgebenden Regenwaldes durch Zuzug von Arbeitskräften, Straßenbau, ...

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Palmölplantage mit kleinem Regenwaldrest und Erosion am Hang
Ins Bild klicken für ein großes Photo!
(© Badly Drawn Dad, Creative Commons 2.0, Namensnennung, nicht-kommerziell)

Zu den sozialen Folgen der Plantagenwirtschaft schreibt Dr. Sachs vom Wuppertal-Institut:

"Plantagen, das ist augenfällig, brauchen Land, und zwar gutes. Sie sind Ausdruck einer Monokultur-Mentalität, die es darauf anlegt, ohne Rücksicht auf die lokale Biodiversität homogene Bedingungen zu schaffen, um den Ausstoß einer, meist hochgezüchteten Sorte bei geringen Kosten zu maximieren. Es ergibt sich aus dieser Produktionsstruktur industrialisierter Landwirtschaft, dass sie mit großflächigem Grundbesitz, hohem Kapitaleinsatz und zumeist enormen Umweltbelastungen verbunden ist. Des weiteren ergibt sich daraus, dass die Produkte nicht für die lokale Nahrungsmittelversorgung [...] bestimmt sind, sondern für den Export in die nationalen und internationalen Zentren. Daher steht die industrielle Exportlandwirtschaft oft in latenter oder offener Konkurrenz mit subsistenzorientierter Landwirtschaft. In der Tat zieht sich eine lange Spur der Verdrängung von Kleinbauern und Dörflern zu Gunsten vo cash crops und Export durch die Geschichte der Plantagenwirtschaft. Bis auf den heutigen Tag, wo Agrarexporte durch das Welthandelssystem ermuntert oder durch das Weltfinanzsystem erzwungen werden, zeigen sich ähnliche soziale Folgen: Bauern werden auf randständige Böden verdrängt, Bewässerungsanlagen ziehen das Wasser ab, und lebenserhaltende Artenvielfalt wird ausgedünnt. [...] Gewiss, Agrarproduktion, Einkommen und Exporterträge mögen auf der einen Seite neuen Wohlstand bringen, doch auf der anderen Seite vertieft sich dadurch ebenfalls die Marginalisierung. Oft sind Wohlstandsspirale und Verarmungsspirale nur die beiden Enden einer Achse, die vom gleichen Drehmoment angetrieben werden."

Möglichkeit für Gruppenarbeit:

Erstellen eines Plakats zu einem Plantagenprodukt: -> hier klicken!

Quellen:

  • proregenwald.org
  • Wolfgang Sachs: Ökologie und Menschenrechte. Welche Globalisierung ist zukunftsfähig? Wuppertal Papers. 1/2003. Hrsg. Wuppertalinstitut für Klima, Umwelt und Energie.

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