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Die geographischen Seiten des TLG

Wasser

- Menschen gehen zu verschwenderisch mit Wasser um -> natürliche Systeme, die auf Wasserzufluss angewiesen sind, brechen zusammen
- Wasserverschmutzung durch Landwirtschaft, Industrie und Städte, überall ist die Natur davon betroffen
- Verschärfung der Situation durch den Klimawandel
- Bewältigung der Wasserkrise: Änderung der Einstellung zum Wasser, durch Wasser sparen, sparsame Wassertechnologie und sichtbares Wasser, das es ins Bewusstsein der Menschen zurück bringt

Wasser sparen

Wasser sparen im Bad
- wassersparende Duschköpfe (durch Einpressen von Luft in Wasserstrahl -> weniger Wasserverbrauch)
- wenn jeder Haushalt wassersparende Armaturen und Toilettenspülungen haben würde: ca. 2,75 Milliarden Kubikmeter Wasser am Tag eingespart

Duschwasseraufbereitung
- Entwicklung einer umweltfreundlichen Dusche durch Peter Brewin
- Wiederverwendung des Wassers, das nach Verbrauch durch Filter läuft und gereinigt wird und wieder zurückläuft -> Verbrauch wird drastisch reduziert

Kompost- und Trenntoiletten
- Schwemmkanalisation verbraucht hohe Mengen an Trinkwasser
- Lösung: Komposttoiletten ohne Spülung mit Ent- und Belüftungssystem; kein unangenehmer Geruch durch Unterdruck
- Trennt flüssige und feste Ausscheidungen
- Unweltfreundlich, wirtschaftlich und hygienisch, helfen Wasser zu sparen


Die andere Sichtweise aufs Wasser

- Wir müssen Wasserverbrauch messen, planen und uns bewusst machen
- Wasser ist eine extrem begrenzte Ressource
- Innovative Techniken, mit denen sich Regenwasser auffangen und leicht verschmutztes Wasser recyceln lässt, um es für andere Zwecke wiederzuverwenden
- Durch optimale Nutzung des Wassers -> Wasser und Geld sparen

Der sanfte Weg

- Umgang mit Wasser paradox: wir können nicht genug davon bekommen, haben aber bei fast jedem Gewitter zu viel davon
- Wasser aus Wasserhahn ist eine Ressource, Wasser vom Himmel oft ein Ärgernis
- Abhängigkeit von zentralem System -> es bringt Wasser aus großer Entfernung herbei & schafft Regenwasser weg
- Übersehen: Können Wasser im Haus und vor Ort sammeln
- Mit zentralem Wassersystem: Stadt kann wachsen und gedeihen, aber zum Preis der Überdimensionierung, die Verbrauchsspitzen abdeckt
- 'Harter Weg': Wachsender Bedarf und rasche Entwässerung durch Pumpen, Rohre und Wasserspeicher, lässt Verhaltensänderungen und lokale integrative Techniken zur Deckung der Nachfrage unberücksichtigt; Wasser als Ware
- 'Weicher Weg': Soll harten Weg ergänzen und verbessern; Berücksichtigen mehr Disziplinen: Nachfragemanagement, Sozialmarketing, Wirtschaft und Landschaftsarchitektur; Beschaffung des Systems, Flexiblität, Widerstandsfähigkeit und Schaffung komfortablerer Wohnplätze; jede Art von Wasser ist nützliche Ressource; Dezentrale Nutzung dieser Ressourcen erhöht Leistungsfähigkeit und Flexibilität des Systems; Wasser als Dienstleistung -> Steuerung der Wassernachfrage

Regenwasser sammeln

- Sanfter Weg durch Sammeln von Regenwasser
- Regen läuft durch Dachrinne in eine Zisterne, wird dort gespeichert
- Wasserqualität entspricht der Funktion, der das Wasser dient
- Richtige Handhabung: Zisternen können Überschwemmungsfolgen mildern, indem Regenwasser nach Gewitter sammeln und kontrolliert wieder abgeben


Durchlässige Straßen- und Wegbeläge


- wenn es regnet: wasserundurchlässige Oberflächen wie Asphalt leiten Wasser in Kanalisation ab
- wenn die Straße überflutet wird, liegt es an überlasteten Abwasserrohren -> ernsthafte Folgen: Pflanzen und Bäume erhalten nicht genug Regenwasser für Bewässerung, Versiegelung bedroht Gesundheit der Vegetation, die Stadt begrünt und Schatten und Kühle spendet; erhöht Wasserverbrauch, da Bäume auf andere Weise gewässert werden müssen
- Straßenbelag hat aber auch Vorteile: stabil, eben und fest; ideal für Autos, Fahrräder und Fußgänger
- Lösung: wasserdurchlässiger Straßenbelag; erfüllt alle Funktionen eines herkömmlichen Belages, eliminiert Nachteile; kann überall eingesetzt, wo Beton und Asphalt verbaut werden; hat gleiche harte Oberfläche, lässt Wasser durchsickern -> verhindert Überschwemmungen, kommt städtischen Grünpflanzen zugute, die weniger Wasser und Pflege brauchen
- bislang noch nicht oft verbaut
- ablaufende Regenwassermenge wird dadurch reduziert und Luft- und Wasserqualität verbessert, wertet äusserer Erscheinungsbild der Straßen auf, weil Grünzeug wächst
- Überschwemmungsgefahr vermindert durch oberflächlich ablaufendes Wasser

Pflanzenkläranlagen
- wenn Siedlungen wie natürliche Systeme funktionieren sollen: Abfälle und Abwässer auf natürliche Weise entsorgen
- Pflanzenkläranlagen bereiten durch natürliche Abbauprozesse Abwasser auf: äußerst komplexes und naturnahes Reinigungsverfahren; Wasserinhaltsstoffe werden auf natürliche Weise abgebaut durch Zusammenwirken von Filtermaterial (mechanisch) und der Adsorption ('Ansaugung') an Bodenteilchen (physikalisch), durch Abbau der Wasserinhaltsstoffe durch organische Prozesse (biologisch), durch Fällungsreaktion zwischen den Wurzeln (chemisch)
- Wasser wird in mechanischer Klärstufe vorbehandelt, in Absetzbecken oder Sammelschacht setzen sich die nicht gelösten Stoffe, der sog. Fäkalschlamm, ab
- geordnete Entsorgung des Schlammes ist je nach Größe und Belastung der Absetzanlage sowie den Abwassereigenschaften regelmäßig erforderlich
- nach Absetzbecken wird das Abwasser in Intervallen in einen bepflanzten Bodenfilter (besteht aus einem mit Kies und Sanden verfüllten und mit Schilf bewachsenen Becken, das nach unten künstlich abgedichtet ist) geleitet
- Abwasser durch Bodenpassage ohne künstliche Belüftung gereinigt (Unterschied zu normalen Kläranlagen)
- Verunreinigungen werden durch die mechanische Filterwirkung des Bodens und des Wurzelwerks der Pflanzen gebunden; Wasserinhaltsstoffe werden einerseits von Pflanzen aufgenommen, die die Nährstoffe zum Wachstum brauchen, andererseits: ein erheblicher Teil der Abwasserinhaltsstoffe wird von Mikroorganismen abgebaut, die in Pflanzenwurzeln und Bodenkörpern leben
- reinigen das Wasser durch biochemische Reaktionen, die sehr hohe Reinigungsleistungen wie den Abbau von Kohlen- und Stickstoffen erzielen
- Bodenminerale binden Phosphate
- Im Bodenkörper verlegte Drainagerohre fangen geklärtes Abwasser auf und leiten es in Kontrollschacht -> letzte Station bevor Wasser die Pflanzenkläranlage gereinigt verlässt
- dabei Wasserqualitätsprüfung
- Nach dem Schacht: sauberes Wasser wird in Vorfluter geleitet, versickert oder wird zur Weiterverwendung gespeichert
- Reingungsleistung gesichert, da der Bodenfilter im Winter nicht zufriert (Abwasser hat höhere Temparatur, Bakterientätigkeit produziert Wärme, das Röhricht wirkt wie eine isolierende Schicht)

Regen- und gereinigtes Abwasser als Gestaltungslement

- bisher galt Regenwasser als Schmutzwasser, das möglichst schnell entfernt werden musste
- Trend: Regenwasser nicht mehr direkt abzuleiten; wird in aufwändig gestalteten Rinnen aufgefangen, offen über Platz- und Straßenflächen geleitet -> Abfluss verzögert und Verdunstung und Versickerung gefördert
- geformte Geländemulden nehmen Wasser auf, lockere Bodensubstrate besitzen hohe Speicherfähigkeit, Vegetation profitiert vom angestauten Wasser
- Auch Städte vom Wasser geprägt: Brunnen, offene Wasserrinnen, Bachläufe beleben Innenstädte und Siedlungen; Verbesserung des Stadtklimas

Daher plädieren wir für mehr offenes Wasser in der Messestadt Riem, auch in Form von Pflanzenkläranlagen, Wasserläufen, ...! Hier wäre auch nachträglich noch einiges möglich, besonders, wenn man Autos zum Teil aus der Messestadt verbannt und Parkbereiche zu fließenden Landschaften umbaut.


(Quellen: World Changing. S. 158 - 171; wikipedia.de)

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