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Wüstenpflanzen

Hauptproblem jeder Vegetation in der Wüste: Wassermangel
Natürlich hat sich die Natur auch hier etwas einfallen lassen! Das einzige, was nicht geht, ist das Pflanzen Wasser selber "herstellen".
Jede Pflanze muss also sehen, wo sie Wasser herbekommt.
In der nach unregelmäßig fallenden Niederschlägen blühenden Wüste sieht man in der Hauptsache schnell aufblühende Arten, die als Samen oder auch als Knolle, Rhizom oder Zwiebel die Trockenzeiten überstehen.

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(Bild: STM/Hemera 2006)

Manche Pflanze können die Niederschläge auch speichern. Hier gibt es ware Künstler, etwa große Kakteen oder Baumsukkulenten. Baumsukkulenten besitzen zum Beispiel ein schwammartiges Gewebe im Stamm, das sich nach Niederschlägen prall füllt. Ach ja: Kakteen sind nur eine Familie innerhalb der wasserspeichernden Saftpflanzen (Sukkulenten)! Deshalb: Alle Kakteen sind Sukkulenten, aber nicht alle Sukkulenten sind Kakteen.

Übrigens:
Der amerikanische Saguaro-Kaktus, ein bis zu 15 Meter hoher Riesenkaktus, kann ausgewachsen bis zu 5000 Liter Wasser speichern! Damit kann er eine zweijährige Dürrezeit überstehen. Er braucht aber wie alle Sukkulenten immer wieder einmal Niederschläge!

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Dieser sukkulente Baum in Namibia übersteht Trockenphasen nicht nur durch Wasserspeicherung im Stamm und den Ästen, sondern im Extremfall durch das Abwerfen seiner Blätter.
(FLE/geolinde)

Oft gibt es zwanzig bis hundert Meter tief unter Wüsten Grundwasservorkommen aus lang vergangenen feuchteren Zeiten. Pfahlwurzeln, die etliche Meter tief reichen können, ermöglichen manchen Pflanzen das Überleben und ein ganzjährig grünes Dasein.

Übrigens:
Der Rekordhalter im Tiefwurzeln ist die Schirmakazie, die über achtzig Meter tief reichende Pfahlwurzeln entwickeln kann!

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Schirmakazie (Bild: STM/Hemera 2006)

Minimale Mengen Wasser gibt es überall im Boden, daher ist eine weitere Anpassung ein weit verzweigtes oberflächennahes Wurzelsytem. Dabei können die Wurzeln bis zu dreißig Meter lang werden. Das heißt dann auch, dass die einzelnen Pflanzen derselben Art in ebensolchem Abstand voneinander wachsen.

Übrigens:
Die berühmteste Wüstenpflanze ist die namibische Welwitschia. Sie ist eigentlich ein lebendes Fossil und eng mit den Nadelbäumen verwandt. Für ein paar Welwitschia-Bilder hier klicken!

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(Bild: STM/Hemera 2006)

wueste_pflanzenManche Wüsten leben von morgendlichem Nebel. Pflanzen sammeln dann mit ihren Blättern oder anderen Pflanzenteilen den Nebel ein und leiten die Wassertröpfchen direkt am Stamm zu den Wurzeln.

Gerade die einen Großteil des Jahres grünen Pflanzen haben neben dem Wassermangel zwei weitere Probleme:
Die extremen Temperaturen am Tage (und die Temperaturunterschiede) könnten das Absterben der Pflanzen verursachen. 60°C und auch mehr, direkt über dem Boden, sind keine Seltenheit. Reflektierende Wachsschichten oder eine graue Oberfläche (rechts oben), schlanker senkrechter Bau (links), damit möglichst wenig Sonnenlicht auf die Pflanzenteile trifft, Stacheln oder Haare, die das Sonnenlicht reflektieren und etwas Schatten auf die Pflanzenoberfläche werfen (rechts Mitte oben), das alles sind häufige Anpassungen an die wueste_pflanzentödliche Strahlenflut von der Sonne (z.B.: bei Kakteen). Immer muss aber natürlich genügend Licht für die Photosynthese zur Pflanze gelangen. Die Rückbildung von Blättern in kurze Auswüchse (rechts, ganz unten), Rippen (rechts unten Mitte), ... dient ebenfalls dem Schutz vor der Sonne.

Problem 2: Die Wüstenluft ist so trocken, dass die Verdunstungsrate extrem hoch ist. Da Pflanzen aber wueste_pflanzenKohlendioxid aus der Luft aufnehmen müssen, um Photsynthese zu betreiben, müssen sie auch Öffnungen nach außen besitzen. Sie können sich also nicht ganz von der Umgebung abschotten. Durch diese Eingangstüren für das Kohlendioxid entweichen aber ständig große Mengen Wasser. Die Verlagerung der sog. Spaltöffnungen an die Blattunterseite, die Einsenkung der Spaltöffnungen, das "Verstecken" dieser Öffnungen hinter einem Haarkleid (links Mitte), eine rosettenartige enge Wuchsform, was beides die Luftbewegung und damit die Verdunstung vermindert, sind einige Anpassungen an die lebensfeindliche Umwelt.

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(Bilder: links oben STM/Hemera 2006; alle übrigen: STM/geolinde)

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(Bild: STM/Hemera 2006)

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