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Deiche schützen flaches Land

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„1000 Tote bei großer Sturmflut“, so hätte vor dem Jahr 1900 eine Zeitungsüberschrift lauten können. Noch 1931 starben mehr als 300 Menschen bei Deichbrüchen während einer Sturmflut in Hamburg. Heute kann ein solches Unglück aber kaum noch vorkommen.

Übrigens:
Die "große Manndränke", eine besonders hoch auflaufende Sturmflut im Jahr 1362 soll etwa 100.000 Menschen das Leben gekostet und 30 Dörfer zerstört haben!
Bei mehreren großen Sturmfluten veränderte sich die Küstenlinie massiv, denn um 900 n. Chr. soll die Küstenline in Schleswig-Holstein bei den heutigen Inseln Sylt und Amrum gelegen haben. Föhr war also noch gar keine Insel (Für ein Bild der heutigen Situation: -> hier klicken!)

Seit fast 1000 Jahren bauen die Menschen in Friesland Deiche, um sich und ihr Land vor Sturmfluten zu schützen. Viel haben die Friesen beim Bau von Küstenschutzanlagen dazu gelernt. Viel flacher sind die Seeseite und auch die Landseite der Deiche geworden. Auf der Seeseite kann sich die Flut "tot laufen" und sollte der Deich überspült werden, so fließt das Meer hinüber, ohne die Landseite des Deichs auszuspülen.

Aus Fehlern beim Deichbau hat man längst gelernt!

Moderne Seedeiche sind an ihrer Basis bis über 100 Meter breit und 9 Meter hoch.
Heute gibt es über 1000 km Deiche an der deutschen Küste und entlang der Unterläufe von Flüssen. Neue Deiche werden aus Gründen des Umweltschutzes kaum noch gebaut.

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Buhnen aus Steinen vermindern die Abspülung an der Küste und dienen häufig dem Schutz der dahinter liegenden Deiche.

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Landgewinnung betrieb man früher, indem man sogenannte Lahnungen aus Reisigbündeln ins flache Wasser einbaute. Da die Wassergeschwindigkeit durch die Bremswirkung des Reisigs sinkt, werden hinter den Lahnungen Schwebteilchen abgelagert. Nach wenigen Jahren ist Neuland entstanden, das durch Gräben (sog. Grüppen) weiter entwässert wird. Heute dienen auch Lahnungen nur noch dem Küstenschutz!

Alte Deiche müssen aber immer wieder erneuert und ihre Deichkrone erhöht werden. Schließlich sind Sturmfluten heutzutage höher als noch vor 100 Jahren, etwa weil die Klimaerwärmung zu einem Ansteigen des Meeresspiegels führt.

Übrigens:
Nicht nur die vom Menschen durch den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen verursachte Klimaerwärmung hat Einfluss auf die Inseln und das Festland!
Noch heute hebt und senkt sich das Land, weil während der Eiszeiten Milliarden Tonnen Gletschereis auf dem Land lasteten!
Dazu gibt es hier mehr Infos: -> hier klicken!

An manchen Stellen ist eine weitere Erhöhung der Deiche übrigens nicht mehr möglich, der weiche Untergrund des Wattenmeeres würde unter dem zusätzlichen Gewicht weiter absinken.

Ein Rundblick von einem Deich gefällig? -> Hier klicken!

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Salzwiesen im Deichvorland können durch ihr Wachstum einen Teil des Anstieges des Meeres ausgleichen und verhindern, dass Hochwasser tiefer ins Land eindringt oder den dahinter liegenden Deich beschädigt. Lange Zeit wurden Salzwiesen trocken gelegt oder einfach mit Deichen überbaut. Inzwischen hat sich heraus gestellt, dass sie eine wichtige Verbindung zwischen Deich und Wattenmeer darstellen. Die Salzwiesen bieten vielen Tier- und auch Pflanzenarten einen inzwischen selten gewordenen Lebensraum, besonders Zugvögeln. Daneben dient das Salzgras, das aus dem Vorland genommen wird der Sicherung der Deichoberfläche. Das Gras auf dem Deich wird von Schafen kurz gehalten und die aufgelegten Grasmatten fest getreten. Unter dem Gras liegt die Kleischicht. Klei ist ein beinahe wasserundurchlässiger Ton. Darunter folgt der Kern aus Sand.

Übrigens:
Niederschläge auf den eingedeichten Inseln oder Flußwasser muss durch den Deich hindurch ins Meer, sonst steht das eingedeichte Land ja unter Wasser.
Wie das geht kann man hier erfahren (und auch einen Blick auf ehemalige Grüppen werfen!): -> hier klicken!

Das Wattenmeer und die Salzwiesen wurden und werden bedroht, früher durch Eindeichung und Trockenlegung, heute mehr durch Schadstoffe, die die Flüsse mit sich tragen und die Nutzung des Wattenmeeres für Fischerei und auch den Fremdenverkehr.

Alles klar? -> auf zum Wissenscheck!

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