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Spiritualität: Masken und Hexenglaube

Im traditionellen Schwarzafrika werden Todesfälle und schwere Krankheiten nicht auf natürliche Ursachen zurückgeführt, sondern auf das Wirken von Ahnen bzw. Hexen und damit auf sündhaftes Verhalten und sozialen Unfrieden. Während die Ahnen durch Opferzeremonien versöhnt werden, gilt es, die gefürchteten Hexen zu vertreiben oder unschädlich zu machen.

Bei solchen Opferzermonien und bei der Vertreibung von Hexen werden Masken eingesetzt. Masken dürfen nur Männer tragen und einsetzen. Sie sind auch Zeichen von Macht und Stärke.
Über die Bedeutung von Masken gibt es nicht viele Informationen, doch man weiß, dass sie zum einen Darstellungen von Ahnen oder Geistern sein können, oder gar die "Fleischwerdung" von guten und bösen Wesen. Sie müssen daher mit Vorsicht behandelt werden.

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rechts:
Tansania (19.Jhdt.)

links:
Gabun (19.Jhdt.)

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Hexen verkörpern das asoziale und kriminelle Element schlechthin, und zwar in seinen geradezu unmenschlichen Formen. Ihre wichtigsten Motive sind Neid, Habsucht und Rache. Das Hexenwesen ist bis auf den heutigen Tag lebendig geblieben - ja, in zahlreichen afrikanischen Ländern gilt die Hexerei als Kapitalverbrechen und ist Sache der höheren Gerichte.
Zaubermedizin gehört in Afrika zum täglichen Leben. Man glaubt, mit ihrer Hilfe auch solche Ziele erreichen zu können, die aus europäischer Sicht als "übernatürlich" gelten müssen, etwa im Totenkult, um sich der gefährlichen Totenseelen zu erwehren. Der Afrikaner unterscheidet hier allenfalls zwischen leichteren und schwierigeren Praktiken. Sie erfordern je nach Notwendigkeit Hilfsmittel besonderer Art, eben "Medizin" oder auch eine spezielle Begabung des Ausübenden. Mit Medizin schützt man sich also gegen Unglück und feindlichen Einfluß aller Art.

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Zauberfigur, Republik Kongo (19.Jhdt.)


Medizin kann aus vielfältigen Substanzen bestehen, z.B. aus Dingen menschlicher oder tierischer Herkunft, die als Kraftträger angesehen werden, wie Blut, Haare, Hörner, Knochen usw. Von besonderer Bedeutung sind aber Gräser und Blätter - sie sind geradezu die Medizin schlechthin.

Die Arbeit mit Medizin beschränkt sich nun keinesfalls allein auf die Herstellung kraftbringender Substanzen und die Durchführung von Ritualen. Noch wirksamer wird die Medizin, wenn sie auf bestimmte Objekte übertragen wird, die dadurch gewissermaßen erst zum Leben erweckt werden: menschen- und tiergestaltige Zauberfiguren ("Fetische"), heilige Musikinstrumente und bestimmte Masken. Objekte dieser Art zählen in manchen Gebieten Afrikas noch heute zu den größten Geheimnissen.

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Weibliche Figur, DRK (19. Jhdt.)


Medizinen sind lebende Wesen - jedoch mit unberechenbaren, ja unheimlich wirkenden Kräften. Sie haben zumeist eigene Namen, aber diese beziehen sich nicht etwa auf Geister und sind von diesen auch nicht abhängig.
Vielmehr stammen sie von Gott und den Ahnen. In Gebeten dankt man ihnen, daß sie die Medizinen geschaffen haben, und bittet, sie auch weiterhin wirksam zu machen.

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Texte zum Teil verändert nach der Afrika-Homepage des Ethnologischen Museums Berlin
(Staatl. Museen Preußischer Kulturbesitz, Hr. Dr. Junge),
Fotos mit freundlicher Genehmigung des Ethnologischen Museum

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