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Bitterschokolade - Kindersklaven arbeiten auf Kakaoplantagen der Elfenbeinküste

Internationale Konzerne wie Nestle, Cargill, Kraft, Barry Callebaut in der Kakaostadt Abijan in der Elfenbeinküste nehmen es zumindest hin. Oft nur 10-12jährige Kindersklaven aus Mali, Burkina Faso, Benin, .. werden für etwa 230 € an Plantagenbesitzer in der Elfenbeinküste verkauft und müssen dort unter meist schlechtest möglichen Bedingungen - unbezahlt - jahrelang Kakao ernten.

Nur so sind die derzeitigen Preise für Kakaoprodukte auf dem Weltmarkt für die bis zu 75.000 Kleinbauern und Plantagenbesitzer überlebbar. Ausbeutung wohin das Auge reicht. Neben den Sklaven arbeiten in noch viel größerem Ausmaß die Kinder der Kleinplantagenbesitzer mit, weil keine angemessenen Preise für Rohkakao bezahlt werden und es sich niemand leisten kann erwachsene bezahlte Arbeitskräfte einzustellen. Eine Untersuchung zeigt, dass 89% der Kinder von Kakaobauern auf den Plantagen mitarbeiten müssen und 27% von ihnen niemals ein Schule besuchen. Mindestens 10.000 Kindersklaven, vielleicht auch 12.000 oder mehr, sollen in den Staat Elfenbeinküste zum Arbeiten verschleppt worden sein, schlecht ernährt, ungeschützt vor den hochgiftigen Pestiziden. Jahrelang getrennt von ihren Familien, werden ihnen alle Rechte vorenthalten, nicht einmal ein Minimum an Bildung erhalten sie und damit wird ihnen auch jede Chance auf eine Veränderung ihrer Situation genommen.

Schutz vor Übergriffen gibt es nicht. Selbst Interpol in der Elfenbeinküste kann nicht immer wegsehen, in kleineren Einsätzen werden immer wieder Kinder befreit. Doch gegen die weit verbreitete Sklavenhaltung können einzelne Polizeieinsätze wenig ausrichten.

Genauso wenig helfen Projekte der Schokoladenindustrie, wie eine 2001 unterzeichnete freiwillige Selbstverpflichtungserklärung, Kinderarbeit und -sklaverei überwinden zu wollen. Innerhalb der vergangenen 9 Jahre scheint sich hier wenig bewegt zu haben, auch weil das große Geschäft der Aktiengesellschaften weit wichtiger ist, als die Frage nach den Rechten der Produzenten. Häufig sehen Großkonzerne keine Verantwortlichkeit, weil die Kakaobauern nicht bei ihnen angestellt sind. Bleibt die Frage, ob Milliardenumsätze bei bewusst minimalen Rohkakaopreisen nicht doch zu Verantwortung führen. Schließlich nützen unnatürlich niedrige Preise ausschließlich den verabeitenden Firmen. Wir Deutsche als Konsumenten sind nicht nur die zweitgrößten Schokoladenverbraucher weltweit, wir beziehen auch die Hälfte unseres Rohkakaos vom größten Schokoladenproduzenten weltweit: der Elfenbeinküste.

Es scheint also der Verbraucher gefragt zu sein. Die Lösungsansätze: Ein Sigel, das den Verzicht auf Kinderarbeit garantiert (UTZ-Sigel), soll dem Verbraucher die Kaufentscheidung erleichtern. Bisher gibt es aber nur wenig zertifizierte Schokolade, weil es nicht genug zertifizierten Rohkakao gibt.

Fair gehandelte Schokolade garantiert immer soziale Mindeststandards, darunter fällt auch der Verzicht auf Kinderarbeit. Fair trade-Produkte werden intensiv kontrolliert. Bio-Produkte garantieren grundsätzlich keine sozialen Mindeststandards, doch beziehen Bioproduzenten höhere Einkünfte für ihre Produkte, sodass die Chance größer ist, dass sie auf Kinderarbeit und insbesondere Sklavenhaltung verzichten.

So stellt sich die Frage: billig und bitter oder gerecht bezahlt und ohne üblen Beigeschmack!

Quellen:

  • www.daserste.de
  • www.welt.de
  • www.wdr.de
  • http://www.kirche-im-bistum-aachen.de/kiba/dcms/traeger/10/bgv/pastoral/Grundfragen/weltkirche-im-bistum-aachen/schokoladenaktion/infos-zur-studie.html

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