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Großbritannien / Industrie

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Geschichtliche Hintergründe:

In der Mitte des 18. Jahrhunderts begann in GB der Prozess der Industrialisierung.

Gegen Ende der fünfziger Jahre verlagerte sich die Führungsrolle vom Industrie- zum Dienstleistungssektor.

Strukturelle Grundlagen:

Ungefähr 71% der Betriebe in GB und fast alle in Nordirland sind im Eigenbesitz.

Der Industriesektor hat seit dem 2.Weltkrieg an Bedeutung für die britische Wirtschaft verloren. Traditionelle Industriezweige, wie Stahl, Kohle, Schiffbau oder die Textilindustrie, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit noch Millionen von Arbeitnehmern beschäftigten, bieten heute noch einige zehntausend Arbeitsplätze.

Da die Zentren dieser Industrien in Nordirland, Schottland, Wales und Nordengland lagen, erlebten diese Industrieregionen einen raschen Niedergang, den die Regional- und Industrieansiedlungspolitik der Nachkriegsregierungen nur unwesentlich aufhalten konnte.

Folge war der Rückgang der Zahl der Beschäftigten, im Bereich der verarbeitenden Industrie zum Beispiel um 43%. Mittlerweile sind nur noch 18,2% der Beschäftigten in der verarbeitenden Industrie tätig.

Führend in der Welt ist die britische Wirtschaft noch in den Feldern Luft- und Raumfahrt (British Aerospace), Chemie und Pharmazie, Elektrotechnik und Computerindustrie und in der Ölfördertechnologie.

Produktivitätsdefizite:

Zu bemängeln ist die Konkurrenzfähigkeit der britischen Wirtschaft, insbesondere die Produktivitätsdefizite in der Industrie.

Zwar verbesserte die Politik von Margaret Thatcher, die auf schärferen Wettbewerb, einen Abbau staatlicher Regierungen und die Beseitigung von Gewerkschaftsblockaden bei der Modernisierung der Unternehmen setzte, die relative Position Großbritanniens, aber noch immer liegt die Produktivität in der britischen 20 – 30% unter derjenigen der USA, Deutschlands oder Fankreichs.

Eine wichtige Ursache hierfür ist der Mangel an geeignet ausgebildeten Fachkräften.

Das Unternehmerlager ist traditionell ökonomisch, politisch und zum Teil auch organisatorisch gespalten zwischen schwachen klein-und mittelgroßen Unternehmen auf der einen und international engagierten Großunternehmen auf der anderen Seite.

Ein jüngstes Beispiel für die unterschiedlichen Interessenlagen in der britischen Industrie ist die befürwortende Haltung der exportorientierten Großunternehmen zur Einführung des €, der viele Klein-und Mittelunternehmen skeptisch gegenüber stehen. Die überwiegende Zahl der industriellen Großbetriebe von GB ist im Besitz weltweit agierender Unternehmen, die ihren Hauptsitz nicht in GB haben => die britische Wirtschaft und ihr Angebot an Arbeitsplätzen, sind von den Erfolgen und Misserfolgen der Weltwirtschaft und den Standortentscheidungen der internationalen Unternehmen abhängig.

Machtbegrenzung durch die Regierung:

Der sozialstrukturelle Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft verbunden mit dem Niedergang der traditionellen Großindustrien nahmen zudem den Gewerkschaften ihre soziale Basis und zerstörte die Millieus, aus denen sie ihren Nachwuchs bezogen. In den neuen Industrien gelang es ihnen kaum Fuß zu fassen.

Regionale Entwicklungsunterschiede:

Innerhalb Englands besteht ein deutliches wirtschaftliches Gefälle zwischen dem Süden und dem Norden. Neue Wachstumsindustrien siedelten sich, nach dem 2.Weltkrieg, nicht im englischen Norden, sondern zunächst in der Gegend um London und in den West Midlands an, da dort bessere Bedingungen herrschen.

Ein Problemfall regionaler Entwicklung ist weiterhin Nordirland, das sich in erster Linie durch Zuschüsse aus dem britischen Haushalt finanziert.

Industriezweige:

Bankgeschäfte, Maschinen, Nahrungsmittelherstellung, Textilien, Kleidung, Fußbekleidung, Gummi- und Kunststoffwaren, Papier und Papierprodukte, Erdölraffination, Kohle, Zement, Metalle, Transportausrüstung, chemische Erzeugnisse, Tourismus

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Anteil am BIP:

- Landwirtschaft 1%

- Industrie 25%

- Dienstleistungen 74%

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