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Spezial: Erneuerbare Energien

Windkraft

Insbesondere an der Küste ist Windenergie eine der günstigsten alternativen Energiequellen. Offshore-Anlagen, also Windparks auf dem offenen Meer, sind weitaus teurer in Bau und Unterhalt. Damit steigt der Preis des produzierten Stroms erheblich.

 

Produktionskosten pro kwh dt. Durchschnitt 6,4 Cent/kwh (Küste ~4,5 Cent/kwh)
Kohlendioxid-Emissionen
(umgerechnet aus Bau, Betrieb, Abbau)
30g/kwh
(dt. Energiemix hat 20 mal höhere Emissionen)
Lebensdauer ~20 Jahre
Energieproduktion 35 - 51 mal der Energieeinsatz für Bau, Betrieb Abbau (standortabhängig)
Investitionskosten ~ 800€ pro Kilowatt installierter Leistung
(entspricht Kosten für Kohlekraftwerk)

(Beispiel: Onshore-Anlage mit 80m Rotordurchmesser)

Probleme und Lösungen:

  • Schattenschlag:
    • Der sog. Flatterschatten der rotierenden Flügel ist bei älteren schnelldrehenden Anlagen besonders bei niedrig stehender Sonne problematisch.
    • Lt. Gesetz darf der Flatterschatten maximal eine halbe Stunde pro Tag und 30 Stunden im Jahr auf Wohngebäude fallen. Ortsnahe Anlagen müssen daher zeitweise abgeschaltet werden.
  • Geräuschentwicklung:
    • Lt. Gesetz dürfen Windkraftanalagen nahe an bewohnten Gebieten nachts nicht über 35 Dezibel Geräuschentwicklung verursachen. Ein vorbeifahrendes Auto in 10m Entfernung liegt bei ca. 60 dB, ein LKW in gleicher Entfernung bei bis zu 80 dB.
    • Nachts werden ortsnahe Windkraftanlagen auf langsamen und damit leiseren Betrieb umgeschaltet. Größere und langsamer drehende Anlagen sind grundsätzlich leiser als kleine.
  • Gefahr für Vögel, ...:
    • Llt. einer Studie des BUND sterben an jeder Windkraftanlage bis zu 50 Vögel jährlich. Das sind ca. 200.000 Vögel an allen Anlagen jedes Jahr. Langsamer drehende Anlagen sind wohl weniger gefährlich.
    • Zum Vergleich: durch Straßenverkehr und Überlandleitungen sterben jedes Jahr in Deutschland etwa 5- 10 Millionen Vögel.
       
  • Für die drei oben genannten Probleme ist das sog. Repowering, der Austausch vieler, kleiner, schnelldrehender Anlagen eines Windparks durch wenige große langsamdrehende Anlagen eine Lösungsmöglichkeit. Die neuen Großanlagen liefern gleichzeitig eine deutlich höhere Leistung auf gleicher Fläche.

windenergie1

  • Durch die sehr unterschiedliche Leistung wegen wechselnder Windverhältnisse und des Standortes muss Strom aus Windparks meist weit zum Verbraucher transportiert werden.
    Das deutsche Stromnetz muss daher dringend ausgebaut werden. Eine Aufgabe, die die großen Netzbetreiber, die meist gleichzeitig Großkraftwerke betreiben, seit Jahren vernachlässigen.
    Die optimalen Stromkabel für weite Strecken sind Hochspannungs-Gleichstromübertragungskabel (sog. HGÜ-Technik), die ohne großen Landschaftsverbrauch in der Erde verlegt werden können. Sie werden aber bisher in Deutschland kaum eingesetzt. Insbesondere für eine dríngend erforderliche Nord-Süd-Verbindung wären sie optimal einsetzbar. Ebenso für ein europaweites Netz, das Zentren der Produktion erneuerbarer Energien verbindet.

Quellen:

  • SdW 1/2012, S. 78-84
  • www.dewi.de

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