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Huygens trifft Titan

Die ersten wissenschaftlichen Daten der Huygens-Sonde erreichten das Europäische Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt am 14.01.2004 nachmittags kurz nach 17 Uhr MEZ. Huygens ist der erste erfolgreiche Versuch der Menschheit, eine Sonde in einer anderen Welt im fernen Sonnensystem zu landen. „Dies ist eine großartige Leistung für Europa und seine amerikanischen Partner bei dem ehrgeizigen Unterfangen, das System des Saturn zu erforschen“, sagte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.

 

 

huygens
Eine künstlerische Darstellung der ersten Minuten der Landephase, im Hintergrund der Saturn
© ESA

Hier die Größenverhältnisse!!
Das erste Farbbild! Die Steine oder Eisklumpen wirken, als ob Erosion an ihnen wirksam gewesen wäre. Maus aufs Bild für die waren Größenverhältnisse!
©ESA/NASA/JPL/University of Arizona

20 Tage nach ihrer Abtrennung von der Muttersonde Cassini am 25. Dezember hat Huygens nach einem Alleinflug über 4 Millionen km die äußere Atmosphäre des Titan erreicht. Um 11.13 Uhr MEZ begann sie in etwa 1 270 km Höhe über Titan ihren Abstieg durch dessen dunstige methanreiche Wolkendecke. In den folgenden drei Minuten musste die Sonde von 18 000 auf 1 400 km/h abbremsen.
Mit Hilfe einer Reihe von Fallschirmen wurde ihre Geschwindigkeit anschließend auf unter 300 km/h verringert. In rund 160 km Entfernung von der Oberfläche wurden die wissenschaftlichen Instrumente der Sonde ausgefahren und der Atmosphäre des Titan ausgesetzt. In 120 km Höhe wurde der Hauptfallschirm abgeworfen und durch einen kleineren ersetzt, um den Abstieg fortzusetzen.
Huygens’ Aufsetzen auf der Oberfläche des Titan war für 13.34 Uhr MEZ vorgesehen. Alle Daten weisen darauf hin, dass die Sonde heil gelandet ist, mit großer Wahrscheinlichkeit auf einer festen Oberfläche.
Nur der Ausfall eines der beiden Sendekanäle war ein Manko, 50% der Daten beim Abstieg der Sonde gingen verloren.
Trotzdem ist diese selbständige Landung eines Gefährts auf einem fremden Planeten 4 Millionen Kilometer entfernt von der Erde eine technische Meisterleistung und die erhaltenen Daten (475 MB) werden die Wissenschaftler auf Jahre beschäftigen und mit Sicherheit so viele neu Fragen aufwerfen, wie sie beantworten können.

huygens
Dieses zusammengestzte Bild wurde aus ca. 8 Kilometer Höhe aufgenommen und besteht aus 11 Einzelbildern. Es zeigt einen Rundumblick um die Sonde. Auf der linken Seite ist eine Grenze zwischen dunklen, tieferliegenden und hellen, höherliegenden Gebieten zu sehen. Die weißen Streifen an der Grenze könnten Methannebel sein. In der Mitte des Bildes ist ein Plateau sichtbar über das die Sonde vor der Landung geflogen ist, der dunkle Bereich rechts daneben ist möglicherweise ein "Kanal", in dem sich auch flüssiges Material befinden könnte.
©ESA/NASA/JPL/University of Arizona

 

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