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Die geographischen Seiten des TLG

  • Kenia: Fischer an Kenias Küste

    Die Fischer an Kenias Küste

    (ein Artikel der Stiftung Lighthouse Foundation, Hamburg)

    Die Situation

    Bevölkerungswachstum, Verlust an sozialer und gesellschaftlicher Identität, Ressourcenmangel, Hunger und Armut sind die zentralen Probleme, die sich in vielen Ländern der Erde gerade an den Küsten konzentrieren. Dieser Entwicklungsprozess hat auch dazu geführt, dass trotz noch vorhandener Ressourcen ein effektives und nachhaltiges Management nicht mehr zum Tragen kommt, da traditionelle und in der Vergangenheit bewährte Methoden eines kulturell basierten Ressourcenmanagements nicht mehr eingesetzt werden oder nicht mehr wirksam sind.   Die steigende Zahl derer, die ihren Lebensunterhalt wegen fehlender Alternativen durch Fischfang mit einfachsten Mitteln bestreiten müssen, hat auch das Problem der Überfischung in den strandnahen Gewässern verstärkt. Diejenigen, die Fischerei auf der Grundlage eines traditionellen Wissens über fischereibiologische Zusammenhänge nach bestimmten Regeln langfristig umweltgerecht betrieben haben und betreiben, sehen sich nunmehr einer unkontrollierten und ungeregelten Konkurrenz um die Ressource Fisch ausgesetzt. Vereinbarungen zwischen den traditionellen Fischern etwa über die Einhaltung von Schutzzonen oder –zeiten als Teil eines freiwilligen Fischbestands-Managements werden dadurch ausgehebelt und der Nutzungsdruck auf die Fischbestände erhöht. Verschärft wird die Problematik durch Konflikte z.B. zwischen Fischern und finanzstarken Unternehmen, die durch Grundstückskäufe weite Areale entlang der Küste für den Tourismus besetzen und dadurch stellenweise den Zugang zum Meer und die Anlandung der Fänge unterbinden. In Kenia hat dieser Verdrängungsmechanismus in der Vergangenheit wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen der Küstenbevölkerung und neuen Tourismusprojekten geführt. Mit der Einrichtung von Meeresschutzgebieten durch den staatlichen Naturschutz zur Steigerung der touristischen Attraktivität einerseits und als geeignetes Instrument modernen Fischereimanagements andererseits, sind die Sorgen der Küstenfischer um ihre ökonomische Situation nochmals angeheizt worden. In dieser schwierigen Situation suchte Okeyo Benards, Vorsitzender der „Eco-Ethics International Union, Kenya Chapter“ (EEIU Kenya) mit Unterstützung der Lighthouse Foundation den Kontakt zu den lokalen Fischern und ihren Kommunen, um traditionelle Formen des Fischereimanagement an der kenianischen Südküste zu erfassen und analysieren. Durch Gespräche, Interviews und Workshops sollten die noch vorhandenen Strukturen eines an der Religion und den Gebräuchen orientierten Ressourcenmanagements erfasst und beschrieben werden und Grundlage für einen mit allen Beteiligten abgestimmten Nutzungsplan bilden.

    Die Projektphasen

    Die „Untersuchung von traditionellen Fischereimethoden, Taboos und kulturellen Vereinbarungen von Fischergemeinschaften bei der Nutzung der Küstengewässer in Süd-Kenia“ als Phase 1 des Projektes steht noch zur Veröffentlichung an. Die Umsetzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse in eine nachhaltige Fischerei ist jedoch bereits Teil der zweiten Phase des Projektes. Die Zusammenarbeit mit den Fischern der Region Chale-Kinondo dient weiterhin dazu, die allgemeine Situation der Fischer zu verbessern und die sichtbaren Folgen einer nicht nachhaltigen Fischerei in den Küstengewässern abzuwenden. Als ein wesentliches Hindernis für die nachhaltige Entwicklung hatte sich das Fehlen einer sogenannten „Fishbanda“ oder “Landingsite“ erwiesen: ein einfaches Gebäude zur Aufbereitung und Lagerung der gefangenen Fische unter hygienischen Bedingungen. Mit dem im Juli 2003 fertiggestellten Haus sind die Vorraussetzungen geschaffen, die leicht verderbliche Ware zu sichern und qualitativ hochwertig auf den Markt zu bringen. Die sanitären Bedingungen der „Fischbanda“ sind Gegenstand einer parallel zur zweiten Phase laufenden Aktivität. Mit der Errichtung einer funktionierenden Abwasser-Entsorgung wird nicht nur die Lebensqualität der Fischerfamilien gesteigert, sondern auch die Verunreinigung der Küstengewässer verringert.

    Phase 1: Zusammenarbeit mit Fischern in Chale-Kinondo im Kreis Msabweni des Verwaltungsdistrikt Kwale der Küstenprovinz im Süden Kenias. Nördlich dieser Region liegt der Mwachema-Fluss (etwa 26 km südlich von Mombasa), südlich davon liegt die berühmte Touristenattraktion Chale Island.... Phase 2: Die Landing Sites sind „sichere Häfen“, wie einer der Fischer uns einmal sagte. Da alle Fischer einer Fischergemeinschaft hier gemeinsam agieren, gibt es eine gewisse Sicherheitsgarantie durch gemeinsame Wachposten....

    Phase 2a: Verbesserung der sanitären Situation: Gerade im Zusammenhang mit der Verarbeitung leicht verderblicher Waren wie Fisch ist die Einhaltung grundlegender hygienischer Rahmenbedingungen von entscheidender Bedeutung.

    Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von: www.lighthouse-foundation.org (dort gibt es noch mehr Infos zum Projekt)

  • Die Überfischung der Meere

    Die Überfischung der Meere

    fangfisch
    fangfisch

    Im Jahr 2014 bestehen die weltweiten Fangflotten aus4,6 Millionen Booten, etwa 800 Millionen Menschen arbeiten in der gesamten Fischbranche und fangen jährlich 93,5 Millionen Tonnen Wildfisch, insgesamt sind es etwa 167 Mio. Tonnen aus Wildfang und Aquakultur.
    Ob der Kabeljau und die Makrele in der Nordsee, der Dorsch in der Ostsee, der Tunfisch im Atlantik, oder der Lachs, alle genannten Arten und noch viele mehr sind so stark befischt, dass ihr Bestand um bis zu 90% zurück gegangen ist. Davon um 80% innnerhalb der letzten 15 Jahre.
    Immer mehr noch nicht geschlechtsreife Tiere werden gefangen, die sich noch nicht vermehren konnten. Die Tendenz beim Bestand aller Fischarten weltweit weist nach unten. Trotzdem sind die Fangquoten, die den Fischereiflotten zugewiesen werden, immer noch viel zu hoch.

    fangfischfangfisch
    Kabeljau und Makrele

    Als der Kabeljau-Bestand in kanadischen Gewässern nur noch 1 Prozent der ursprünglichen Größe hatte, hat Kanada 1992 ein vollständiges Fangverbot ausgesprochen.

    Übrigens:
    Der Kabeljaubestand vor Kanada hat sich bis heute nicht wieder erholt. Offenbar darf ein bestimmter Mindestbestand nicht unterschritten werden.

    Dabei ist Fisch, besonders Kabljau, ein begehrtes Produkt auf dem Lebensmittelmarkt, gerade auch in der Europäischen Union.

    fangfisch
    Fischverbrauch in kg/Kopf im Durchschnitt der Jahre 1991-1993 ©FAO

    Zudem stehen auch viele Arbeitsplätze in der Fischerei-Industrie auf dem Spiel. Würde man den Bestand bestimmter Fischarten vor den eigenen Küsten ein oder zwei Jahre lang verschonen, würden zehntausende Fischer auf der Straße stehen. Die sehr kurzfristige Sichtweise vieler Politiker setzt sich daher zumeist gegenüber einer nachhaltigen Nutzung der Meere durch. Besonders in der EU. Auch als Ende 2005 die neuen Fangquoten für Kabeljau beschlossen wurden, war dies zu beobachten. Wissenschaftler fordern seit Jahren ein vollständiges Fangverbot, für 2006 wurde dagegen nur eine Reduzierung der Fangquote von 15% erreicht, auch 2008 liegen die Fangquoten sehr viel höher, als alle Wissenschaftler es empfehlen.

    fangfisch
    Heilbutt

    Der Bestand der meisten Arten ist innerhalb von 50 Jahren auf ein Zehntel geschrumpft! So bei Hai, Heilbutt oder Tunfisch (nach SdW).

    Allerdings gibt es auch deutliche Erholungstendenzen, etwa bei der Scholle in der Nordsee. Hier sind die Bestände so hoch wie seit Beginn der wissenschaftlichen Bestandserfassung in den 50er Jahren nicht mehr.

     

    Derzeit sind etwa 31% der Bestände weltweit überfischt. Nur noch 10% gelten als "unterfischt".
    Quelle: FAO

    Die Tiefseefischerei ist inzwischen zu einem weiteren zentralen Problem geworden. Bis vor 30 Jahren wurde vor allem im Bereich der Schelfmeere (nicht mehr als 200 Meter tief, der Festlandsockel) gefischt. Doch seitdem nimmt die Befischung der Tiefseearten zu:

    Fangmenge im Bereich Tiefseefischerei in Millionen Tonnen
    1970 1980 1990 2000
    0,1 1,4 1,7 2,7
    Quelle: FAO

    Besonders problematisch sind bei der Tiefseefischerei drei Punkte:

    • der Bestand wächst nur langsam
    • die einzelnen Arten sind sehr langlebig, mit spätem Fruchtbarkeitsbeginn
    • die Bestände sind kaum bekannt
    • meist wird der Meeresboden weiträumig durch Bodenschleppnetze zerstört

    Ohne massive Zuschüsse, etwa der EU, würde sich Tiefseefischerei kaum lohnen.

    Übrigens:
    An einigen Stellen der Weltmeere haben sich durch die komplette Abfischung und die Zerstörung des Meeresbodens durch Schleppnetze in den letzten Jahren sogenannte Todeszonen ausgebildet. Nach dem völligen Zusammenbruch des gesamten Ökosystems findet sich dort kaum mehr als Einzeller und Quallen.

    Weiterer wichtiger Faktor bei der Fischerei ist auch der sogenannte Beifang. Beifang nennt man die im Netz mitgefangenen Tiere, die nicht verkäuflich, also für den Fischer uninteressant sind. Der Beifang wird zurück ins Meer geschüttet, zu 90% tot! Alles in allem macht der Beifang zwischen 25% und 50% des gesamten Fanges aus.

    fangfisch


    Mit Fischereiabkommen - oder auch illegal - fischen inzwischen europäische (und andere) Fangflotten vor Westafrika. Die dort heimischen Fischer spüren den Fang-Rückgang am eigenen Leib. Teilweise können sie sich kaum noch von ihrem kärglichen Fang ernähren.
    Würden die westafrikanischen Länder ihre Fischgründe selber ausbeuten und den Fang auf dem Weltmarkt verkaufen, würden sie etwa den zwanzigfachen Gewinn gegenüber den Zahlungen aus den Fischereiabkommen machen - und zehntausende Fischer hätten Arbeit.

    Die Internationale Arbeitsorganisation hat festgestellt, dass 70-80% der Aquakulturen und der Küstenfischerei Kleinbetriebe sind, die häufig familienbezogen arbeiten.

    Illegale, unregulierte und undokumentierte (IUU-)Fischerei macht weltweit etwa 31% der Wildfänge aus.

    Mindestens so problematisch aber ist, dass gerade Länder betroffen sind, die auf den Eiweißlieferanten Fisch dringend angewiesen sind! Forscher haben festgestellt, dass die an Land lebenden Wildtiere, bei schlechten Ergebnissen beim Fischfang, stärker bejagt werden. Der Wildtierbestand geht zurück, das ökologische Gleichgewicht einer Region kann gestört werden.

     

    fangfisch
    Hochseefangschiff

    Alternativen?
    Aus dem Fischbestand der Weltmeere darf nur so viel entnommen werden, wie die Natur nachproduziert. Das meint man mit dem Begriff Nachhaltigkeit.
    Alles was darüber hinaus zur Ernährung der Menschheit gebraucht wird, muss wohl in Aquakulturen gezüchtet werden. Aber auch hier gibt es Probleme!

    Weitere Infos:

    Was darf man eigentlich an Fischarten noch essen?

    Quellen:

    • FAO: State of the world fisheries and aquaculture 2016.
    • Meeresatlas 2017.
  • Aquakultur - Fisch auf Bestellung

    Aquakultur - Fisch auf Bestellung

    Eine stabile, planbare und gesicherte Produktion von Fisch bietet die Aquakultur. Wie andere Nutztiere auch, werden dabei Fische, Shrimps oder Wasserpflanzen (Algen) unter kontrollierten Bedingungen gezüchtet, eben eine "landwirtschaftliche Kultur" im Wasser.

    2014 übertraf erstmals die Menge des Fischs aus Aquakultur die aus Wildfang!

    Aquakultur und Fang weltweit (in Mio. t)

    Aquakulturen können in Süßwasser-Teichen, aber auch im Meer oder in Brackwasserbereichen (Mischwasser) am Ufer angelegt werden. Im Meer werden Käfige in relativer Ufernähe verankert, so zum Beispiel bei der Lachszucht, etwa in den Fjorden Norwegens oder im Atlantik.

    aquafisch
    Lachszucht in Norwegen
    (©http://www.gs.bergen.hl.no/~helldal)

    Teiche, die im Uferbereich liegen, sind meistens mit Mischwasser befüllt. Sie dienen unter anderem der Shrimpszucht. Süßwasser-Aquakulturen können in abgetrennten Stauseebereichen oder in flachen Teichen angelegt werden. Hier können alle Süßwasserfische (Barsche,...) vermehrt werden.

    Tilapia-Zucht in Ägypten nahe Alexandria
    (©Worldfish; CC Namensnennung, keine Änderung, nicht-komerziell)

    Die Nutzung der Aquakultur wuchs die letzten Jahrzehnte stetig. Sie betrug 1970 3,9% des gesamten Fischfangs, im Jahr 2000 waren es bereits 27,3%.

    In Entwicklungsländern wächst die Produktion in Aquakulturen seit 1970 etwa um 10% im Jahr, in Industrieländern liegt die Wachstumsrate bei nur 3,7%. Weltweit sind etwa 30% (2000 = 20%) der in der Fischereiwirtschaft Beschäftigten im Bereich Aquakultur tätig.

    In Afrika lag der Ertrag aus Aquakultur bei 1,28 Millionen Tonnen (2000 =0,4 Mio. t). Die Tendenz weist deutlich nach oben.

    Eine Besonderheit ist bei China ersichtlich, auch wenn das Datenmaterial wohl nach Bedarf geschönt wird. In China lag der Fischfang 2001 bei 17 Millionen, die Produktion in Aquakulturen bei 26 Millionen Tonnen. Der Süßwasser-Fischfang in China ist (-> Süßwasserfischfang - Fischen an Land) sehr bedeutend. Der Hauptteil der chinesischen Aquakulturen ist zudem ebenfalls an Land angesiedelt.

    Unter den zehn wichtigsten Staaten beim Fischfang "an Land" sind auch vier aus Afrika. Fast alle Staaten befinden sich im feucht-tropischen Klimabereich, da hier natürlicher Weise große Ströme und Seen vorkommen. Diese Gebiete sind auf Grund ihres Wasserreichtums ebenso für den Ausbau von Aquakulturen geeignet.

    Fischer und Fischfarmer (in Tausend) 1970 1980 1990 1996 1998 2000 2010
    Afrika 1360 1553 1917 2359 2453 2585 3955
    Welt 12285 17036 27837 33847 34411 34536 54830
     
    davon Fischfarmer              
    Afrika - - - 62 56 75 150
    Welt - - 3778 6366 7075 7470 16570

    (Zahlen für Aquakultur in Afrika erst ab 1996 verlässlich. ©FAO)

    Besonders in Entwicklungsländern, in denen der Bedarf an hochwertigem Eiweiß in der Ernährung besonders groß ist, wäre die Aquakultur eine zusätzliche und verlässliche Quelle. In eine sinnvolle Bewertung ist aber einzubeziehen, dass die Fischzucht in einer Aquakultur einen hohen Bedarf an hochwertigem Fischfutter nach sich zieht, evtl. aus so hochwertigen Rohstoffen, dass sie auch direkt der menschlichen Ernährung zugeführt werden könnten.

    Gift im Fisch
    Bei dem vermehrten Aufbau von Aquakulturen muss in der Zukunft so schonend vorgegangen werden, dass zum Beispiel keine Antibiotika bei der Zucht eingesetzt werden müssen. Dies ist bisher eine beinahe absolute Notwendigkeit zur Verhinderung von Krankheiten wegen der hohen Besatzdichte in den Fischkäfigen. Es sind so viele Nutztiere in den Käfigen, dass Krankheitserreger und auch Schädlinge (Hautparasiten,...) leichtes Spiel haben, den gesamten Bestand zu befallen. Zudem fördern Antibiotika das Wachstum der Zuchttiere.
    Hier müssen genau die möglichen Folgen für die Menschen analysiert werden, die die mit Antibiotika belasteten Produkte verzehren. Bei der nächsten schweren Erkrankung könnte ein sonst Leben rettendes Antibiotikum nicht mehr wirksam sein. Eine Resistenz der Erreger hätte sich herausgebildet, weil das Antibiotikum in der Nahrung nur in geringen Mengen vorhanden war und die Krankheitserreger sich so daran anpassen konnten, ohne gleich vollständig abgetötet zu werden.

    Bei einer Vorstudie der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (2003) wurden insgesamt 173 verschiedene Stoffe gefunden, die zur Abtötung von unerwünschten Lebewesen (Mikroben, Algen,...) dienen. Etwa sieben davon werden von der EU als sehr giftig für den Menschen eingestuft, 31 als allgemeine Umweltgifte. Mindestens sechs haben krebserregende Eigenschaften,...
    Deutlicher Handlungsbedarf scheint zu bestehen.

    Antibiotikarückstände und auch das übrige nährstoffhaltige "Abwasser" von Aquakulturen können als Schadstoffe zudem empfindliche Küstenökosysteme schwer schädigen oder gar zerstören.
    Hier ist Vorsicht geboten, gerade, weil es genügend negative Beispiele für die Auswirkungen von Aquakulturen gibt. Seien es bei Fischteichen zerstörte Uferzonen, oder Auswirkungen auf die Fischbestände vor der Küste,... (z.B. auf Madagaskar: -> Madagaskar).

    Öko-Aquakultur
    Eine Möglichkeit bietet hier die biologisch zertifizierte Aquakultur, die strenge Vorschriften erlässt, etwa was die Anlage von Aquakulturen betrifft, den Wildfang von jungen Zuchtfischen, die Ernährung der Tiere, Maßnahmen zur Gesunderhaltung des Bestandes, oder die Abwasserentsorgung,...

    So gibt es erste Öko-Lachsaquakulturen im Atlantik, über 50 Kilometer vor der nächsten Küste. Hier wird zum Beispiel darauf geachtet, dass die Tierdichte pro Käfig um 50% unter der Dichte bei üblichen Aquakulturen liegt.

    Beispiel Shrimps: der Naturland-Verband

    Die Praxis der konventionellen Shrimps-Aquakultur geht meist stark zu Lasten der Umwelt. Der sensible Lebensraum Mangrovenwälder - Kinderstube und Lebensraum vieler Fischarten - wird an vielen tropischen Küsten zur Anlage großflächige Teichanlagen zerstört. Auch die Wasserqualität angrenzender Gebiete wird durch Überdüngung und den Einsatz von Antibiotika massiv beeinträchtigt. Weltweit sind Thailand und Ecuador die größten Produzenten von Shrimps.
    Mit finanzieller Unterstützung der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit mbH (GTZ) hat Naturland Anfang 1999 ein Pilotprojekt zur ökologischen Shrimpsproduktion in Ecuador gestartet. Dieser Initiative haben sich mittlerweile sechs Betriebe in Ecuador und Peru sowie je eine große Erzeugergruppe in Vietnam und Java angeschlossen. Die weltweit ersten Öko-Shrimps wurden im Dezember 2000 nach Europa exportiert, seit 2003 ist diese Delikatesse auch in Deutschland erhältlich.
    (von der Website des deutschen Naturland-Verbandes)

    "II. Grundsätze der Bewirtschaftung
    1. Standortwahl, Wechselwirkungen mit umliegenden Ökosystemen
    1.1 Durch Standort und Bewirtschaftungsform des Betriebes dürfen die umliegenden Ökosysteme nicht beeinträchtigt werden. Durch geeignete Maßnahmen sind insbesondere eine Belastung durch Abwässer und das Entweichen gehaltener Tiere zu vermeiden.
    Bei Neuanlagen bzw. Erweiterungsbauten dürfen regionale Pflanzengemeinschaften nicht nachhaltig geschädigt werden. Dies gilt insbesondere, wenn diese regional oder weltweit als gefährdet oder selten einzustufen sind (z.B.: Streuwiesen in Mitteleuropa, Regenwald, Mangrove)."
    (aus: Naturland-Richtlinien für Ökologische Aquakultur, Stand 01/2004)

    Dazu gibt es weitere Ausführungsbestimmungen, z.B.: zur Shrimps-Aquakultur (III D), die bis hin zu sozialen Aspekten gehen. Die kompletten Richtlinien gibt es unter 'Weitere Infos' weiter unten.

    Weitere Infos:

    • Meeresatlas 2017
    • Naturland-Richtlinien für Ökologische Aquakultur, Stand 01/2004
      (21 Seiten!; pdf; ©Naturland): -> hier klicken!
    • Aquakultur - Anlass zu Hoffnungen und Befürchtungen (©Welthungerhilfe): -> hier klicken!
    • Bedeutung der Mangroven (pdf; ©Greenpeace): -> hier klicken!
    • Die Shrimps-Industrie (pdf; Greenpeace): -> hier klicken!
  • El Niño - wenn der Pazifik zu warm wird

    El Niño - wenn der Pazifik zu warm wird

    El Niño, das Christkind (daher der Name), tritt in unregelmäßigen Abständen von drei bis ca. 7 Jahren um die Weihnachtszeit herum auf. Die Fischer an der peruanischen Küste, die den Namen aufgebracht haben, können sonst aus dem Überfluss der nährstoffreichen kalten Meeresströmung schöpfen. Während einer echten El Niño-Episode bleiben die Fischschwärme aus, selbst die brütenden Vögel an der peruanischen Küste verhungern.

    nino1
    (Grafik: NOAA, Übersetzung: STM)

    Während einer mindestens 6-9 Monate andauernden El Niño-Episode ist die normale Windzirkulation über dem Pazifik komplett unterbrochen.
    In normalen Jahren strömt warmes Wasser an der Oberfläche entlang des Äquators Richtung Westen. Jetzt aber wird an der Westküste Südamerikas das kühle nährstoffreiche Tiefenwasser, das dort üblicher Weise aufquillt, von warmem Wasser erwärmt, das aus dem Westen heranströmt und der kalte Humboldtstrom bricht ab.
    In der westpazifischen Region um Indonesien fällt kaum Niederschlag, an der südamerikanischen Küste ist es sehr feucht und warm.

    Die nahezu weltweiten Auswirkungen einer El Niño-Episode werden in unten stehender Grafik deutlich. Ob und wie Europa während eines solchen Ereignisses betroffen ist, wird noch diskutiert.

    nino1
    (Grafik: NOAA, Übersetzung: STM)

    Quellen:

    • www.noaa.gov
    • www.nasa.gov
    • Caviedes, C. N.:El Nino. Klima macht Geschichte. Darmstadt 2005.
    • Bendix, A. u. J.: El Niño - Ein Dauerbrenner. In: Glaser, R. u.a. (Hrsg.): Planet Erde. Nord- und Südamerika. Darmstadt 2006, 176-188.
  • Deutschland - Niedersachsen - Norddeich Hafen

  • Aquakultur - Hoffnungen, Befürchtungen

    Aquakultur - Anlass zu Hoffnungen und Befürchtungen

    Kein Bereich in der Nahrungsmittelproduktion wächst so stürmisch wie die Aquakultur. Seit Mitte der 70er Jahre haben sich die Erträge von Fischfarmen mehr als verzehnfacht. Derzeit registriert die FAO (Welternährungsorganistaion) jährliche Steigerungsraten von über 9 Prozent. Zugleich stagniert der Fischfang auf offener See. Weltweit gelten bereits mehr als die Hälfte aller Speisefischbestände als überfischt, einst häufige Arten wie z.B. Kabeljau, Dorsch und sogar Thunfisch sind mittlerweile vielerorts ernsthaft bedroht.

     

    aquakulturwhh1


    Die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, setzt große Hoffnungen in die Aquakultur. Mit sinkenden Preisen für die gezüchteten Fische könnten die Fischfarmen im Kampf gegen den Hunger helfen. Zumindest in dicht besiedelten küstennahen Regionen profitieren auch ärmere Bevölkerungsgruppen vom steigenden Eiweißangebot aus Aquakultur.

    Überdurchschnittliches Einkommen
    Zudem sorgt die Aquakultur für Millionen Arbeitsplätze – direkt in den Farmen, in der weiterverarbeitenden Industrie und in der Zulieferindustrie. In China, dem weltweit führenden Fischproduzenten, bietet der Bereich Aquakultur rund 4 Millionen Vollzeit-Arbeitsplätze.

    In Vietnam, wo gut 700.000 Menschen in Fisch- und Shrimps-Farmen arbeiten, liegt das durchschnittliche Haushaltseinkommen in diesem Sektor bei über 1.000 Dollar jährlich – und damit weit höher als in vergleichbaren Landwirtschaftsbetrieben.

    Umwelt gefährdet
    Die Aquakultur wirft freilich auch Probleme auf. Die Ausweitung der Aquakulturen führt zu wachsender Umweltverschmutzung. Im Falle der Süßwasserbetriebe steigt außerdem der Verbrauch knapper Wasser- und Bodenressourcen.

    Zudem werden für die Fütterung in der Fischzucht oft Fischmehl und kleinere Fische eingesetzt, was die entsprechenden Wildfischbestände belastet. Zudem verdrängen riesige Aquakultur-Anlagen immer häufiger wilde Fischbestände aus küstennahen Gewässern. Dazu kommt ein Problem, das man aus der Massentierhaltung kennt: der Einsatz großer Mengen Antibiotika und anderer Chemikalien.

    Schutz der Fische?
    Andererseits erwarten Experten, dass die Ausweitung der Fischzucht längerfristig zu sinkenden Fischpreisen führt und so den Hochseefischfang weniger attraktiv macht. Davon könnten dann Fischbestände profitieren, die derzeit gefährdet sind.

    Subventionen sind im Wege
    Das wird freilich nur funktionieren, wenn die Industrieländer ihre Subventionen für die Fangflotten verringern. Derzeit geschieht eher das Gegenteil. Allein die Europäische Union steckt jährlich rund eineinhalb Milliarden Euro in die Ausweitung des Fischfangs, statt mit dem Geld zum Beispiel umweltverträgliche Fangtechniken zu unterstützen oder Überkapazitäten abzubauen.

    Text und Grafik mit freundlicher Genehmigung von der Internetseite der
    aquakulturwhh1

  • Europa - Die Überfischung der Meere

    Die Überfischung der Meere

    fangfisch
    fangfisch

    Im Jahr 2007 bestehen die weltweiten Fangflotten aus3,5 Millionen Booten, 200 Millionen Menschen arbeiten in der Fischbranche und fangen jährlich 95 Millionen Tonnen Fisch (2011 = 93,5 Mio. t).
    Ob der Kabeljau und die Makrele in der Nordsee, der Dorsch in der Ostsee, der Tunfisch im Atlantik, oder der Lachs, alle genannten Arten und noch viele mehr sind so stark befischt, dass ihr Bestand um bis zu 90% zurück gegangen ist. Davon um 80% innnerhalb der letzten 15 Jahre.
    Immer mehr noch nicht geschlechtsreife Tiere werden gefangen, die sich noch nicht vermehren konnten. Die Tendenz beim Bestand aller Fischarten weltweit weist nach unten. Trotzdem sind die Fangquoten, die den Fischereiflotten zugewiesen werden, immer noch viel zu hoch.

    fangfischfangfisch
    Kabeljau und Makrele

    Als der Kabeljau-Bestand in kanadischen Gewässern nur noch 1 Prozent der ursprünglichen Größe hatte, hat Kanada 1992 ein vollständiges Fangverbot ausgesprochen.

    Übrigens:
    Der Kabeljaubestand vor Kanada hat sich bis heute nicht wieder erholt. Offenbar darf ein bestimmter Mindestbestand nicht unterschritten werden.

    Dabei ist Fisch, besonders Kabljau, ein begehrtes Produkt auf dem Lebensmittelmarkt, gerade auch in der Europäischen Union.

    fangfisch
    Fischverbrauch in kg/Kopf im Durchschnitt der Jahre 1991-1993 ©FAO

    Zudem stehen auch viele Arbeitsplätze in der Fischerei-Industrie auf dem Spiel. Weltweit sind ca. 35 Millionen Menschen in der Fischereiwirtschaft beschäftigt (FAO, 2000). Würde man den Bestand bestimmter Fischarten vor den eigenen Küsten ein oder zwei Jahre lang verschonen, würden zehntausende Fischer auf der Straße stehen. Die sehr kurzfristige Sichtweise vieler Politiker setzt sich daher zumeist gegenüber einer nachhaltigen Nutzung der Meere durch. Besonders in der EU. Auch als Ende 2005 die neuen Fangquoten für Kabeljau beschlossen wurden, war dies zu beobachten. Wissenschaftler fordern seit Jahren ein vollständiges Fangverbot, für 2006 wurde dagegen nur eine Reduzierung der Fangquote von 15% erreicht, auch 2008 liegen die Fangquoten sehr viel höher, als alle Wissenschaftler es empfehlen.

    fangfisch
    Heilbutt

    Der Bestand der meisten Arten ist innerhalb von 50 Jahren auf ein Zehntel geschrumpft! So bei Hai, Heilbutt oder Tunfisch (nach SdW).

    Nutzungsgrad der Seefische
    Arten
     
    wenig
    ausgebeutet
    25%
    Fang kann noch ausgeweitet werden
    maximal
    ausgebeutet
    47%
    maximale Fangmenge erreicht
    übermäßig
    ausgebeutet
    18%
    Fänge gehen stark zurück
    fast ausgerottet oder
    unter Schutz gestellt
    10%
    keine wesentlichen Fänge mehr möglich, Fangverbot
    Quelle: FAO

    Die Tiefseefischerei ist inzwischen zu einem weiteren zentralen Problem geworden. Bis vor 30 Jahren wurde vor allem im Bereich der Schelfmeere (nicht mehr als 200 Meter tief, der Festlandsockel) gefischt. Doch seitdem nimmt die Befischung der Tiefseearten zu:

    Fangmenge im Bereich Tiefseefischerei in Millionen Tonnen
    1970 1980 1990 2000
    0,1 1,4 1,7 2,7
    Quelle: FAO

    Besonders problematisch sind bei der Tiefseefischerei drei Punkte:

    • der Bestand wächst nur langsam
    • die einzelnen Arten sind sehr langlebig, mit spätem Fruchtbarkeitsbeginn
    • die Bestände sind kaum bekannt
    • meist wird der Meeresboden weiträumig durch Bodenschleppnetze zerstört

    Ohne massive Zuschüsse, etwa der EU, würde sich Tiefseefischerei kaum lohnen.

    Übrigens:
    An einigen Stellen der Weltmeere haben sich durch die komplette Abfischung und die Zerstörung des Meeresbodens durch Schleppnetze in den letzten Jahren sogenannte Todeszonen ausgebildet. Nach dem völligen Zusammenbruch des gesamten Ökosystems findet sich dort kaum mehr als Einzeller und Quallen.

    Weiterer wichtiger Faktor bei der Fischerei ist auch der sogenannte Beifang. Beifang nennt man die im Netz mitgefangenen Tiere, die nicht verkäuflich, also für den Fischer uninteressant sind. Der Beifang wird zurück ins Meer geschüttet, zu 90% tot! Alles in allem macht der Beifang zwischen 25% und 50% des gesamten Fanges aus.

    fangfisch


    Mit Fischereiabkommen - oder auch illegal - fischen inzwischen europäische (und andere) Fangflotten vor Westafrika. Die dort heimischen Fischer spüren den Fang-Rückgang am eigenen Leib. Teilweise können sie sich kaum noch von ihrem kärglichen Fang ernähren.
    Würden die westafrikanischen Länder ihre Fischgründe selber ausbeuten und den Fang auf dem Weltmarkt verkaufen, würden sie etwa den zwanzigfachen Gewinn gegenüber den Zahlungen aus den Fischereiabkommen machen - und zehntausende Fischer hätten Arbeit.

    Mindestens so problematisch aber ist, dass gerade Länder betroffen sind, die auf den Eiweißlieferanten Fisch dringend angewiesen sind! Forscher haben festgestellt, dass die an Land lebenden Wildtiere, bei schlechten Ergebnissen beim Fischfang, stärker bejagt werden. Der Wildtierbestand geht zurück, das ökologische Gleichgewicht einer Region kann gestört werden.

    fangfisch
    Hochseefangschiff

    Alternativen?
    Aus dem Fischbestand der Weltmeere darf nur so viel entnommen werden, wie die Natur nachproduziert. Das meint man mit dem Begriff Nachhaltigkeit.
    Alles was darüber hinaus zur Ernährung der Menschheit gebraucht wird, muss wohl in Aquakulturen gezüchtet werden. Aber auch hier gibt es Probleme!

    Weitere Infos:

    Was darf man eigentlich an Fischarten noch essen?

  • Meer Nutzen - Fisch als Nahrung

    Fisch als Nahrung

    "Die globalisierte industrielle Fischerei etwa betreibt einen solchen Raubbau, dass ohne eine radikal Umsteuerung bis 2050 alle kommerziell genutzten Fischarten ausgerottet sein werden"
    UNEP-Chef Achim Steiner, Februar 2007

    Die Fischereiwirtschaft lieferte im Jahr 2011 ca. 15% des tierischen Nahrungseiweiß für den Menschen. 15% (2002 = 22%) des Fangs gehen aber nicht direkt in die menschliche Ernährung, sondern werden anderweitig genutzt (z.B.: Düngerproduktion, Futterfische für Aquakultur).

    index

    Die Rolle des Fischverzehrs ist regional sehr unterschiedlich. In den letzten 50 Jahren hat sich der durchschnittliche Pro-Kopf-Verzehr an Fisch und Meeresfrüchten weltweit aber insgesamt verdoppelt.

    Die FAO weist darauf hin, dass es unsinnig wäre, Fisch oder Fischprodukte dort anzubieten, wo sie bisher in der Küche keine Rolle gespielt haben. Das gilt auch, wenn in einer solchen Region die Möglichkeiten für Aquakulturen, o.ä. gegeben wären und damit eine Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung erreicht werden könnte. Solche "Experimente", besonders im Rahmen der Entwicklungshilfe, sind grundsätzlich zum Scheitern verurteilt.

    Unterscheiden muss man zwischen Fischfang auf dem Meer (Küste, Hochsee) und Süßwasserfischfang (Flüsse, Seen,...).

    die Meere - überfischt

    Süßwasserfischfang - Fischen an Land

    index
    Das Ergebnis industriellen Fischfangs

    Ein stetig wachsender Bereich, der zur Versorgung einen deutlichen Beitrag leistet, ist die Fischzucht, die sogenannte Aquakultur. Sie kann sowohl im Süßwasser- als auch im Meerwasserbereich angesiedelt sein.

    Aquakultur - Fisch auf Bestellung

     

    Quellen:

  • Süßwasserfischfang - Fischen an Land

    Fischen "an Land"

    Für manche Staaten in den wasserreichen Gebieten der Erde ist der Fang von Süßwasserfischen eine wichtige Säule der Ernährung. Nicht nur Länder, die keinen Zugang zum Meer haben finden sich in der Top Ten-Liste.
    Besonders deutlich wird in der Statistik, dass die Ausstattung mit der Ressource Wasser die zentrale Rolle spielt. Ob in China, der Russischen Föderation oder in Tansania, immer ist das Vorhandensein von großen Flüssen und Seen ausschlaggebend.

    Süßwasserfischfang: die bedeutendsten 10 Staaten 2000
    fangfisch2
    in 1000 Tonnen
      (die Zahlen haben sich auch 2017 kaum geändert, mehr kann offenbar nicht gefangen werden)
    FAO)

    Im Vergleich zum Fischfang auf dem Meer, macht der Süßwasserfischfang weniger als 10% aus. Seine Bedeutung ist aber regional sehr unterschiedlich.

    fangfisch2
    Barsch

    Bei verschiedenen beliebten Fischarten aus Afrika, etwa einigen Barscharten (Nilbarsch,...) ist Überfischung seit einigen Jahren ein ernstes Problem.

    fangfisch2
    Traditioneller Fischfang am Malawisee

    Nicht unterschätzt werden sollte hier auch die Rolle des privaten und sonstigen nichtgewerblichen Fischfangs. Laut FAO gibt es für diesen Bereich kein Zahlenmaterial, Schätzungen weisen aber darauf hin, dass der Anteil, je nach Region, in einem Bereich von ca. 10% bis zu über 50% liegen kann.

  • Fisch als Nahrung - Afrika

    Fisch als Nahrung

    "Die globalisierte industrielle Fischerei etwa betreibt einen solchen Raubbau, dass ohne eine radikal Umsteuerung bis 2050 alle kommerziell genutzten Fischarten ausgerottet sein werden"
    UNEP-Chef Achim Steiner, Februar 2007

    Die Fischereiwirtschaft lieferte im Jahr 2002 ca. 15% des tierischen Nahrungseiweiß für den Menschen. 20-30% des Fangs gehen aber nicht direkt in die menschliche Ernährung, sondern werden anderweitig genutzt (z.B.: Düngerproduktion, Futterfische für Aquakultur).

    index

    Die Rolle des Fischverzehrs ist regional sehr unterschiedlich. Die FAO weist darauf hin, dass es unsinnig wäre, Fisch oder Fischprodukte dort anzubieten, wo sie bisher in der Küche keine Rolle gespielt haben. Das gilt auch, wenn in einer solchen Region die Möglichkeiten für Aquakulturen, o.ä. gegeben wären und damit eine Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung erreicht werden könnte. Solche "Experimente", bsonders im Rahmen der Entwicklungshilfe, sind grundsätzlich zum Scheitern verurteilt.

    Unterscheiden muss man zwischen Fischfang auf dem Meer (Küste, Hochsee) und Süßwasserfischfang (Flüsse, Seen,...).

    die Meere - überfischt

    Süßwasserfischfang - Fischen an Land

    index
    Das Ergebnis industriellen Fischfangs

    Ein stetig wachsender Bereich, der zur Versorgung einen deutlichen Beitrag leistet, ist die Fischzucht, die sogenannte Aquakultur. Sie kann sowohl im Süßwasser- als auch im Meerwasserbereich angesiedelt sein.

    Aquakultur - Fisch auf Bestellung

     

    Quellen:

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