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Die geographischen Seiten des TLG

  • Zentral-Afrika
  • Hauptstadt: Kinshasa
  • Staat: Präsidialrepublik
  • Unabhängigkeit: 30.6.1960 (Belgien)
  • Demokratische Republik Kongo, auch: Kongo - Kinshasa

Demokratische Republik Kongo (Google Maps)

  

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Demokratische Repubil Kongo

Demokratische Repubil Kongo

Fläche: 2344885 qkm
HDI (2005): 0,411 (2003 0,385)
Einwohner (S 2010): 67,8 Mio. (1960 15,3 Mio.)
Bevölkerungsschätzung für 2050 (in Mio.) 183
Bevölkerungswachstum: 3,1%
Altersstruktur: 48% unter 15, 3% über 65
Lebenserwartung (2010): 49
Religion: 42% Katholiken, 25% Protestanten
Einwohner pro Arzt: 9.000
Kindersterblichkeit: 20%
Säuglingssterblichkeit: 12,9%
HIV-Infizierte: 3,2%
Analphabeten: Männer 29%, Frauen 46%
Grundschüler (Einschulungsrate): -
BSP/Kopf 2016: 430$ (2012 220$; 2003 80$)
Reales BSP/Kopf (KKP): 290$ (2003 630$)
Bevölkerungsanteil mit unter 2 US$/Tag -
Erwerbstätige in der Landwirtschaft: 62%
Anteil Landwirtschaft am BIP: 58%
Stadtbevölkerung: 30%
Glossar: Erklärungen zu Begriffen, Zahlen,...

Datenvergleich: ausgewählte Daten zu 1965, 1985 und 2005 (inkl. HDI-Rang, ...)
Teil I -> hier klicken! , Teil II -> hier klicken!

Hauptstadt ist Kinshasa

Jahr 1900 1950 2005
Einwohnerzahl ~5000 ~100.000 ~8.000.000

Der Ort wurde am 3. Dezember 1881 von Henry Morton Stanley als Handelsposten gegründet und zu Ehren des damaligen belgischen Königs Leopold II. "Léopoldville" genannt . 1885 bis 1908 war das Kongobecken mitsamt seinem Hinterland Privateigentum von Leopold II . Im Jahr 1898 wurde als wichtige Infrastrukturmaßnahme eine Eisenbahnlinie zur Küstenstadt Matadi fertiggestellt. Nach der Verlegung der Hauptstadt des Belgisch-Kongo von Boma nach Léopoldville im Jahre 1923 erlebte die Stadt ein rasches Wachstum. Bis 1966 behielt das heutige Kinshasa seinen alten Namen.

Eine afrikanische Tragödie
Als 1884/85 auf der Berliner Afrika-Konferenz das Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo (Zaire/DRK/Kongo-Kinshasa) zum Privateigentum des belgischen Königs Leopold II. erklärt wurde, begann eine Ausbeutung des Landes, die ihresgleichen sucht. Mindestens 10 Millionen Kongolesen, vielleicht auch deutlich mehr, kamen in Folge der Ausbeutung durch die im Auftrag des belgischen König seit 1891 betriebene Kautschukproduktion und die nachfolgendde belgische Kolinialzeit bis 1920 ums Leben. Die ursprüngliche Bevölkerungszahl lag etwa bei 20 Millionen.
Seit der Erfindung des luftbefüllten Gummireifens stieg bis zur Umstellung auf synthetischen Kautschuk die Nachfrage nach Naturkautschuk ununterbrochen. Ein Großteil der Kongolesen wurde ohne Rücksichten gezwungen Kautschuk zu sammeln. Konnte ein Sammler die geforderte Menge nicht abliefern, so wurde er zumeist zur Abschreckung hingerichtet. Jeder noch so geringe Widerstand wurde mit dem Tod bestraft, tausende Dörfer wurden abgebrannt, die Bewohner ermordet.
Nach Berichten von Missionaren und dem langjährigem Einsatz von Journalisten gegen die gezielten Massenmorde an den Zentralafrikanern wurde Leopold II. 1908 vom belgischen Staat enteignet. Unter ein wenig verbesserten Bedingungen wurde die Ausbeutung durch Zwangsarbeit fortgesetzt. Zum Kautschuksammeln kamen noch Diamantenminen, Kaffeeplantagen und Bergbau hinzu.

Belgisch-Kongo wurde 1960 in die Unabhängigkeit entlassen, der frei gewählte Ministerpräsident Patrice Lumumba dachte daran, einen unabhängigen Staat aufzubauen. Da der Kongo aber in Zeiten des Kalten Krieges drohte Partner der UDSSR zu werden, was besonders Belgien, Großbritannien und die USA befürchteten, wurde Lumumba im Januar 1961, wohl mit deutlicher Unterstützung westlicher Geheimdienste ermordet.

General Mobutu Sese Seke wurde mit Unterstützung der USA bald darauf Alleinherrscher und bis zum Ende seiner Herrschaft milliardenschwerer Ausbeuter seines Landes. Das Ende seiner Herrschaft kam 1994 als Mobutu den Völkermord an den in Ruanda lebenden Tutsi unterstützte. Nach Ende des Genozids kamen die Tutsi in Ruanda an die Macht und unterstützten Rebellen im Osten des Kongo. Im Mai 1997 marschierte der Rebellenführer und spätere selbst ernannte Staatschef Kabila in die Hauptstadt Kinshasa ein. Als er sich von Ruanda abzuwenden drohte, begann ein jahrelanger Krieg. Nach dem euchelmord an Kabila durch einen Leibwächter 2001 wurde Joseph Kabila, sein Stiefsohn, neuer Alleinherrscher.

Ein "afrikanischer Weltkrieg"
Kongo (Kinshasa) ist eines der rohstoff- und ressourcenreichsten Länder des afrikanischen Kontinents. Neben Edelhölzern spielen heute unter anderem Diamanten, Coltan, Zinnerz oder Kobalt eine große Rolle auf dem internationalen Markt.

Viele angrenzende Länder zeigen ein deutliches Interesse daran, Einfluss auf den Kongo zu gewinnen, auch mit militärischen Mitteln oder durch Destabilisierung von bestimmten Regionen des Kongo durch die Unterstützung von "Rebellengruppen". Aber auch den Politikern des Kongo war bisher oft mehr an Gewinnen aus Rohstoffverkäufen gelegen, als an der Befriedung des Landes. Friede und "normale" Zustände würden die Gelder wieder an den Staat fließen lassen und nicht mehr in die eigene Tasche.

Von 1996 bis 2003 traf den Kongo ein Krieg mit Ruanda und sechs weiteren Staaten Zentralafrikas so schrecklich, dass über 3 Millionen Menschen dabei umkamen. Bis heute sterben fast 1000 Menschen täglich an den Kriegsfolgen. Internationale Beobachter rechnen aktuell mit bis zu 4 Millionen Opfern!

Das Jahr 2006 stand hoffnungsvoll unter dem Zeichen der ersten demokratischen Wahlen im Kongo. Die Wahl wurde von einer 2000 Mann starken EU-Friedenstruppe unter deutscher Leitung (800 deutsche Soldaten, ...) abgesichert. Der Wahlsieger stand erst nach einer Stichwahl fest: Joseph Kabila. Sein Gegner Jean-Pierre Bemba scheint nach der Wahl das Ergebnis akzeptiert zu haben und fordert Ende 2006 seine Anhänger zur Ruhe auf.

Im März 2007 kommt es zu Zwischenfällen zwischen den von Kabila befehligten Regierungstruppen und der kleinen Privatarmee Bembas. Bemba beharrt auf seiner Armee, da er sich nicht sicher fühlt. Daraufhin klagte ihn Kabila wegen Hochverrats an, denn die Privatarmee sollte in die reguläre Armee eingegliedert werden. Bemba floh in die südafrikanische Botschaft.

Beobachter fürchteten einen Bürgerkrieg, da die große Zahl der Anhänger Bembas einem Bürgerkrieg nicht abgeneigt wären, da sie glauben, Kabila sei durch Wahlbetrug an die Macht gekommen.

Inzwischen ist zumindest dieses Problem gelöst. Allerdings kann man auf Grund von mehr als 20 mehr oder minder aktiven Rebellengruppen im Land kaum von einem funktionierenden Staat sprechen.

Anfang 2009 tun sich Ruanda und die Demokratische Republik Kongo überraschend im Kampf gegen zwei Hauptrebellengruppen im Ostkongo zusammen.

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