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Dort, wo sich früher die großen Königreiche der Kongo, Luba und Lunda ausdehnten, erschufen die Belgier 1885 den "Unabhängigen Kongostaat" - zunächst nicht als Kolonie, sondern als Privatbesitz der Krone, von dessen Rohstoffen sich gut leben ließ. 1958 wurde die Kolonie in die vier heutigen Staaten (als Kolonien) aufgeteilt. Am 28. November wurde Mittelkongo in Republik Kongo umbenannt, am 15. August 1960 unabhängig.Die Einheimischen waren als Arbeitskräfte willkommen und durch nichts auf die Unabhängigkeit 1960 vorbereitet.

Republik Kongo (Google Maps)

Zentral-Afrika

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Brazzaville, die Hauptstadt der Republik Kongo und
Kinshasa, die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo (1971-1999 Zaire) liegen auf gegenüberliegenden Seiten des Kongo-Flusses (Bild aufgenommen von der ISS aus am 6.06.2003)

Jahr 1900 1950 2005
Einwohnerzahl ~5000 ~100.000 ~1.100.000

Benannt ist die Stadt nach dem Franzosen Pierre Savorgnan de Brazza, der 1883 in Französisch-Kongo eine Station anlegte, aus der sich die Stadt entwickelte. Die Station lag auf dem rechten (nördlichen) Ufer des Kongo. Das Gebiet der Station war von Häuptling Makoko im Jahr 1880 an Brazza abgetreten worden.

Seit 1898 war Brazzaville die Hauptstadt von Französisch-Kongo und wurde auch Hauptstadt der Republik Kongo.

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Republik Kongo

Republik Kongo

Republik Kongo

Amtssprache im Kongo ist Französisch
Währung sind CFA-Francs

Fläche: 342.000 qkm
HDI (2005) 0,548 (2003 0,512)
Einwohner (S 2010): 3,7 Mio. (1960 1 Mio.)
Bevölkerungsschätzung für 2050 (in Mio.) 9,7
Bevölkerungswachstum: 3,1%
Altersstruktur: 48% unter 15, 3% über 65
Lebenserwartung (2010): 55
Religion: ca. 50% Christen, 50% Muslime
Einwohner pro Arzt: 5.000
Kindersterblichkeit: 11%
Säuglingssterblichkeit: 8,1%
HIV-Infizierte: 5,5%
Analphabeten: Männer 12%, Frauen 24%
Grundschüler (Einschulungsrate): -
BSP/Kopf 2016: 1710$ (2012 1540$; 2003 640$)
Reales BSP/Kopf (KKP): 2750$ (2003 680$)
Bevölkerungsanteil mit unter 2 US$/Tag -
Anteil Landwirtschaft am BIP: 6%
Erwerbstätige in der Landwirtschaft: 38%
Stadtbevölkerung: 52%
Glossar: Erklärungen zu Begriffen, Zahlen,...
Datenvergleich: ausgewählte Daten zu 1965, 1985 und 2005 (inkl. HDI-Rang, ...)
Teil I -> hier klicken! , Teil II -> hier klicken!

Der erste Präsident war Fulbert Youlou, ein ehemaliger katholischer Priester. Seine Amtszeit war durch ethnische und politische Unruhen gekennzeichnet. Im August 1963 wurde er gestürzt. Nach einer kurzen Militärregierung wurde Alphonse Massemba-Débat im Dezember 1963 Präsident, Pascal Lissouba wurde Ministerpräsident.

Am 10. Januar 1966 wurde die neue Einheitspartei Mouvement National de la Révolution (MNR) gegründet, die nach ihren eigenen Satzungen als das oberste Organ des Staates gilt. Am 23. Juni 1966 wurde die Armee in eine Nationale Volksarmee umgewandelt. Massamba-Debat wurde im August 1968 durch einen Putsch gestürzt, der zunächst Alfred Raoul ins Präsidentenamt brachte. Am 31. Dezember 1968 wurde dann Major Marien Ngouabi neuer Präsident. Er machte den Kongo zu einer Volksrepublik und lehnte sich politisch an die Sowjetunion an. Er wurde am 18. März 1977 ermordet.

Sein Nachfolger Oberst Joachim Yhombi-Opango wurde wegen Korruption und Abweichung von der Parteilinie am 5. Februar 1979 abgesetzt und durch den Vizepräsidenten und Verteidigungsminister Oberst Denis Sassou-Nguesso als Interimspräsident ersetzt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion änderte die Einheitspartei ihre Politik und ließ schließlich Mehrparteienwahlen zu. Sassou-Nguesso wurde 1992 in freien Wahlen besiegt, sein Nachfolger wurde am 31. August 1992 Professor Pascal Lissouba.

Im November 1992 löste der Präsident die Nationalversammlung auf, die Neuwahlen im Mai 1993 waren umstritten. Dies führte zu gewalttätigen Unruhen, die bis Februar 1994 anhielten.

1997 kam es im Vorfeld der für Juli geplanten Präsidentschaftswahlen zu Spannungen zwischen Lissoubas und Sassous Anhängern. Als Lissoubas Regierungstruppen am 5. Juni Sassous Haus in Brazzaville umstellten, befahl dieser seinen Milizen, Widerstand zu leisten. In viermonatigen Kämpfen wurden große Teile der Hauptstadt zerstört. Anfang Oktober intervenierten angolanische Truppen auf Seiten des Ex-Präsidenten, Mitte Oktober wurde die Regierung gestürzt. Seitdem ist Denis Sassou-Nguesso wieder Präsident.

Sassou-Nguesso versuchte, das Land zurück zur Demokratie zu führen und begann 1998 einen dreijährigen Umformungsprozess, aber wiederaufflammende Kämpfe mit Oppositionsgruppen beendeten diese Bemühungen. Nach Friedensverhandlungen im Jahre 1999 wurden Wahlen für 2002 angesetzt, obwohl nicht alle Rebellenorganisationen das Übereinkommen unterschrieben. Am 10. März gewann Sassou-Nguesso mit über 90 % der Stimmen. Seine beiden größten politischen Gegner, Lissouba und Kolelas, durften nicht an der Wahl teilnehmen, und der einzige verbliebene ernst zu nehmende Rivale André Milongo rief seine Unterstützer auf, die Wahl zu boykottieren, und schied aus der Wahl aus. Eine neue Verfassung wurde im Januar 2002 verabschiedet, die den Präsidenten mit neuen Kompetenzen ausstattete, seine Amtszeit auf sieben Jahre verlängerte und ein Zweikammernparlament enthielt.

Bei den Präsidentenwahlen am 12. Juli 2009 wurde Sassou-Nguesso mit einem Stimmenanteil von 78,6 % im Amt bestätigt. Er galt bereits im Vorfeld als sicherer Wahlsieger. Führende Oppositionelle hatte zu einem Boykott des Wahlgangs aufgerufen und warfen dem Machthaber Wahlmanipulationen vor. Auch Beobachter der Europäischen Union berichteten von Unregelmäßigkeiten bei den Wählerlisten, wohingegen die Afrikanische Union von einem freien und fairen Ablauf der Präsidentenwahlen sprach.

Innenpolitisch ist die Republik Kongo durch einen Konflikt um die Bevorzugung der nödlichen Volksstämme (von dort stammt der Präsident) gegenüber Ethnien aus den südlichen Landesteilen bestimmt. Immer wieder kommte es hierbei zu kleineren bewaffneten Auseinandersetzungen.

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